Mittwoch, 10. Januar 2018

[Rez] Die Schattenträumerin - Janine Wilk

Titel: Die Schattenträumerin
Autor: Janine Wilk

Sprache: Deutsch
Verlag: Planet Girl
Reihe: Einzelband
Einband: Hardcover
Preis: 13,99
Seiten: 384
Meine Wertung: 4 von 5 Federn



In der Nacht verwandelt sich Venedig. Das Wasser in den Kanälen flüstert leise, Schatten legen sich über die kleinen Gassen - und Francesca träumt: Immer näher und näher kommt ihr schrecklicher Verfolger, schon spürt sie seinen Atem im Nacken - und wacht schweißgebadet auf. Von ihrer Großmutter erfährt sie, dass die wiederkehrenden Albträume mit einem Familienfluch zusammenhängen. Einem tödlichen Fluch, der nicht nur sie, sondern ganz Venedig bedroht. Nur ein Buch von dämonischer Natur kann den Fluch lösen und Venedig davor bewahren, in den Fluten zu versinken. Doch um es zu finden, muss sich Francesca dem Mann aus ihren Albträumen stellen. Eine atemlose Jagd beginnt ... 

"Worte sind mächtig, das hast du gespürt. Es gibt keine gemeinere und hinterlistigere Waffe auf Erden. Worte lassen uns äußerlich unversehrt und schneiden dennoch tief in unsere Seele, sie können einen Geist vergiften und das Böse in ihm wecken. Denn jedes Buch enthält die Seele desjenigen, der es niedergeschrieben hat - und du kannst dich nicht vorstellen, wie viele von Bösartigkeit zerfressene Wesen es dort draußen gibt." (Seite 105)

"Nur ein Kind kann ein Herz ohne quälende Sehnsucht haben und wahres Glück empfinden. Nur ein Kind besitzt die Fähigkeit, dem Leben selbst im größten Leid mit einem Lächeln zu begegnen." (Seite 299)

 

 

Gleich mal vorweg:

Die Schattenträumerin von Janine Wilk hat mir sehr gut gefallen – auch wenn ich völlig aus dem Rahmen des empfohlenen Lesealters fallen muss. Ich zerstöre die Statistik!
Ein kurzer Exkurs vorweg:

Ich war letztes Jahr in Venedig – im April. Wir hatten richtig tolles Wetter und haben uns an einem Wochenende fast alles angeschaut. Allein deswegen war die Schattenträumerin so bildlich, man merkt einfach, dass Janine Wilk definitiv schon mal in Venedig gewesen sein muss, denn an Hand ihrer Beschreibungen konnte ich die Orte ganz klar zuordnen.

Den Inhalt möchte ich nur kurz umreißen, wir wollen ja keine Spoiler, oder?

Unsere Protagonistin heißt Francesca und stammt ursprünglich aus Italien – genauer gesagt, aus Venedig. Sie entstammt einer sehr alten Blutslinie einer venezianischen Familie und lebt alleine mit ihrer Mutter in Deutschland. Sie verbringt die Ferien bei Ihrer Familie in Venedig. Was nur wenige wissen: Francesca wird von furchtbaren Träumen geplagt, die sie fast jede Nacht wach halten. Und je näher sie der Stadt auf dem Wasser kommt, desto schlimmer werden die Träume… Als sie erfährt, dass sie von einem Fluch belastet sein soll, macht Francesca sich auf die Suche nach Antworten und bezahlt dafür…

Ich muss sagen, dass sich die Geschichte sehr schwer beschreiben lässt, wenn man nicht zu viel verraten möchte.  Trotz des Altersunterschieds konnte ich mich in Francesca sehr gut herein versetzen. 

Sie hatte in einigen Dingen mehr als einmal Recht: 

zum Beispiel hätte einiges vermieden werden können, wenn man ihr von Anfang an gewisse Dinge mitgeteilt hätte, statt sie wie ein kleines Kind zu behandeln.  Aber das Gefühl kennt sicher jeder von uns: Erwachsene wissen immer, was das Beste für einen ist. Von daher denke ich, dass sich jüngeres Publikum hier sehr gut verstanden fühlen wird :)'

Wir begleiten Francesca auf ihrer Jagd nach Antworten, die schneller als uns lieb ist, zu einer Flucht werden könnte. Der Handlungsstrang ist logisch und nachvollziehbar, die weiteren Charaktere gut und bildlich beschrieben. Und auch der Dämon ist sehr plastisch beschrieben.

Das Buch soll ja für etwas jüngere Leser sein, ich persönlich fand den Dämon aber dadurch schon recht unheimlich. Wenn ich mir das in früheren Jahren durchgelesen hätte, hätte ich sicherlich Angst im Dunkeln bekommen… (Info: ich habe das Buch teilweise als Hörbuch gehört und der Dämon klingt einfach böse!)

Die Stimmung ist, die in Venedig und bei der Familie von Francesca herrscht, ist sehr greifbar, man fliegt durch die Kapitel und spürt die Magie Venedigs auf sich wirken.



Alles in allem lässt sich soviel sagen: die Geschichte macht was her, man fiebert mit und die Stimmung kommt durch die Seiten bei einem an. Eine Moral hat die Geschichte natürlich auch – dafür müsst ihr sie aber selber lesen ;) Und jedem der noch nicht in Venedig war: fahrt übers Wochenende hin, der April/Mai bietet sich doch wunderbar an!

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