Montag, 22. September 2014

[Rez] Ilsa J. Bick - Atemnot

Titel: Atemnot
Autor: Ilsa J. Bick
Sprache: Deutsch
Verlag: Egmont INK
Reihe: Einzelband
Einband: Broschiert
Preis: 14,99€
Seiten: 352
Meine Wertung: 2,5 von 5 Federn



Es gibt Geschichten, in denen das Mädchen seinen Prinzen findet, und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. So eine Geschichte ist das hier nicht. Jenna Lords Leben verlief bisher nicht gerade wie im Märchen. Ihr Vater ist ein kontrollbesessener Neurotiker und ihre Mutter Alkoholikerin. Früher war ihr älterer Bruder ihr einziger Halt, doch jetzt ist er im Irak stationiert. Und vor einigen Jahren wäre Jenna beinah bei einem Hausbrand ums Leben gekommen. Es gibt Geschichten, in denen das Monster das Mädchen umbringt und alle um das unschuldige Opfer trauern. So eine Geschichte ist das hier auch nicht. Mitch Anderson hat viele Qualitäten: Er ist ein engagierter Lehrer und Lauftrainer. Ein liebevoller Ehemann. Ein Mann mit einer ziemlichen … Anziehungskraft. Und dann gibt es noch die Geschichten, bei denen man schwer sagen kann, wer der Prinz und wer das Monster ist, wer das Opfer und wer es verdient, bis an sein Lebensende glücklich und zufrieden zu leben. Diese Geschichten sind die besten.
So richtig passt der Titel im nachhinein nicht zur Geschichte, finde ich jetzt persönlich. Das Cover find ich dafür aber echt ansprechend.
 






Auch jetzt, einen ganzen Tag nachdem ich das Buch beendet habe, weiß ich nicht, was Atemnot mir eigentlich sagen wollte/sollte.

Der Klappentext ist meiner Meinung nach sehr irreführend und verhindert eigentlich, dass man sich auf das Buch und die Charaktere einlassen kann, weil man quasi jedem misstraut, wenn man den Klappentext im Hinterkopf behält.

Die Story ist recht simpel. Jenna hat Probleme denen sie durch Selbstverletzung versucht zu entkommen. Ihre Eltern sind total „blind“ und ihnen fehlt jegliche Empathie. Die Mutter trinkt. Der Vater vögelt seine Krankenschwester – o Ton aus dem Buch. Und zwischendrin sitzt Jenna, deren einziger Vertrauter – ihr Bruder Matt – in den Irak geht. Dann wechselt Jenna an eine neue Schule. Um neu anzufangen. Oder zumindest sagen ihre Eltern das.
Die Geschichte steigt am Ende der Geschichte ein, Jenna liegt im Krankenhaus. Ein Polizist ist bei ihr und bittet sie um die Wahrheit. Er lässt ihr ein Aufnahmegerät da und so beginnt Jenna, die Wahrheit zu erzählen…

Sehr viel mehr kann man auch nicht verraten ohne die Geschichte zu Spoilern.

Ich persönlich finde das Thema Selbstverletzung, Borderline und generell psychische Probleme immer sehr sehr schwierig, vor allem wenn man nicht aus der Sicht eines Selbsterfahrenen schreibt, sondern als Beobachter. Und deswegen gibt es auch hier ein paar Lücken (meiner Meinung nach) in Jennas Verhalten und ihren Begründungen.
Ebenso Mr. Anderson, den man als netten, tollen Lehrer wahrnehmen sollte, hab ich mit einem üblen Gefühl verfolgt. Ich dachte immer, da kommt bestimmt gleich was Böses.
Die Geschichte plätschert so dahin und bis ¾ wusste ich nicht, wohin die Geschichte einen führt oder worum es überhaupt letztendlich ging.

Außerdem sind mir ein paar Dinge aufgefallen, die nicht ganz schlüssig sind. Nur mal als Beispiel. Jennas  Mutter kontrolliert Jenna, Jenna darf die Tür nicht abschließen, sie schaut sich ihren Körper an und überprüft ihn auf Schnittwunden. Also kein Vertrauen in der Hinsicht. Und plötzlich lassen ihre Eltern sie einfach mal so eine Woche allein, um ein bisschen „Urlaub“ zu machen. Nicht so ganz schlüssig.

Der Schreibstil ist wie immer grandios, der Anfang der Story auch noch packend, doch dann sackt meiner Meinung nach das ganze immer mehr ab, die Story verliert sich und Ilsa J. Bick schafft es nicht, das ganze nochmal aufzufangen.

Das Ende wirkte etwas übereilt und war meiner Meinung nach viel zu rasant und kurz. Da hätte man sich etwas mehr Zeit lassen sollen, um die emotionalen Verflechtungen aufzudröseln.


Schade. Meins war es einfach nicht und dennoch gibt es noch 2,5 (also 3) Sterne für den Schreibstil, den Anfang und einfach weil es Ilsa. J. Bick ist!

 

Homepage: Ilsa J. Bick


Vielen Dank an EgmontINK!

Kommentare:

  1. Was, dir hat es nicht gefallen?! Das ist die erste negative Rezi, die ich zu dem Buch gelesen habe! Wirklich sehr schade! :(
    Mal sehen, wie es mir gefallen wird, wenn ich auch dazu komme, es zu lesen...

    Liebe Grüße
    Maura
    The emotional life of books (emotional-books.blogspot.de)

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    1. Jaaaa Q.Q Leider war es absolut nicht meins... viel zu viele Lücken, viel zu wenig tiefe und dann noch so fauxpas wie mit den Eltern. Das Ende wirkte etwas lieblos und ja.. ich weiß einfach, das sie das besser kann >.<"

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    2. Was ich gerade gesehen habe: Du hast meinen alten Blog "The emotional life of books" in deiner Blogroll noch verlinkt. Die Seite hat bloß, obwohl sie eigentlich gelöscht ist, jetzt komischerweise jemand anderes. Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du den alten Link löschen würdest!
      (Und wenn dir mein Blog immer noch gefällt, würde ich mich sehr freuen, wenn du den Link durch den aktuellen austauschen würdest: http://emotional-books.blogspot.de/)
      Schon einmal vielen Dank im Vorraus! :D

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    3. Das ist wirklich soooo schade! Das versetzte meiner Vorfreude auf das Buch jetzt einen richtigen Dämpfer, weil ich deiner Meinung immer vertrauen :(
      Na ja, lesen werde ich es trotzdem, bloß jetzt halt nicht mehr so bald... ;)

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  2. Oh, das klingt ja echt nicht so dolle O.o und ich hab mich voll gefreut, weil ich mir das Buch bei Amazon Vine schnappen konnte! xD Vielleicht gebe ich das dann direkt weiter, anstatt es selber zu lesen xD

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  3. Huhu,
    schöne Rezension! Allerdings klingt das Buch ja nicht wirklich vielversprechend...ich habe mich super drauf gefreut, weil ich Ashes von der Autorin liebe. Aber im Moment trudeln immer mehr negativ-Rezis ein O.o
    Liebe Grüße,
    Ebru

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  4. Schade, dass es dir nicht wirklich gefallen hat! Ich habs gestern beendet und war die ganze Zeit begeistert :) Du hast recht, aber wirklich was "sagen" soll das Buch glaube ich nicht. Es wird einfach Jennas Geschichte erzählt, und das fand ich sehr gut gemacht. Auch dass es vermeintlich dahinplätschert kann ich verstehen, aber ich hab so schnell gelesen, da ist mir das nicht aufgefallen :D Mir hat es richtig gut gefallen! :) Ihre Eltern fand ich aber generell komisch. Die sind beide nicht ganz richtig in der Birne. Hin und wieder dachte ich, ach, endlich wird die Mutter normal, aber dann wieder so - näh. Naja. Die waren ja kurzzeitig wieder so in ihrer Verliebtheit hust gefangen, da hat sie gar nix anderes mehr interessiert.

    Anscheinend hast du Ashes von der Autorin gelesen? Ich finde, sie ist einfach ein Schreibtalent! Der erste Band von Ashes ist immer noch eins meiner Lieblingsbücher. Die anderen 3 Bände waren leider fast ausschließlich für die Tonne ...

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    1. Ja irgendwie bin ich glaube ich mit den falschen Erwartungen heran gegangen... und hatte kein nichts sagendes Buch erwartet :P
      Und die kurze Frischverliebtphase hat unheimlich lange gehalten und war auch voll authentisch xD ..

      Ich LIEBE Ashes... wirklich. Der erste war definitiv der beste, aber 2&3 haben mir dennoch gut gefallen ;D

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  5. Hey meine Liebe :)
    Ohhhh nein! Das ist ja uncool. Ich LIEBE Ashes auch und wollte nur aufgrunddessen Atemnot lesen, nun liegt es auf meinem Sub und irgendwie habe ich Angst davor D:. Da bin ich ja mal gespannt ob mich Ilsa J. Bick mehr überzeugen kann als dich... wie blöd.

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