Dienstag, 5. August 2014

[Rez] Gabrielle Zevin - Bitterzart

Titel: Bitterzart
Autor: Gabrielle Zevin
Sprache: Deutsch
Verlag: FJB
Reihe: 1/3
Einband: Hardcover
Preis: 16,99€
Seiten: 544
Meine Wertung: 3 von 5 Federn



Ein Mädchen zwischen High School und Verbrechen, zwischen Liebe und Verantwortung
New York 2083: Wasser und Papier sind knapp, Kaffee und Schokolade sind illegal. Smartphones sind für Minderjährige verboten und um 24 Uhr ist Sperrstunde. Die Balanchine Familie ist das Zentrum des illegalen Schokoladenhandels in New York. Doch die Eltern von Anya Balanchine sind bereits tot, und Anya ist mit 16 Jahren das Familienoberhaupt. Sie kümmert sich um ihre Geschwister und die kranke Großmutter, und versucht, sie alle möglichst aus dem illegalen Familiengeschäft rauszuhalten.
Von ihrer ersten großen Liebe Win kann sie sich allerdings nur sehr schwer fernhalten, dabei ist er ausgerechnet der Sohn des Oberstaatsanwaltes – ihres schlimmsten Feindes…

Auffallend hübsch gestaltet und es passt zur Geschichte :)
 





Bitterzart klingt nach einer süßherben Dystopie, die mir soweit gut gefallen hat.

Die Geschichte wird von Anya erzählt und spielt im Jahr 2078. Schokolade, Kaffee und Koffein sind verboten. Wasser begrenzt verfügbar. Papier ist fast gänzlich verschwunden. Anya ist Teil einer Mafiafamilie, die mit Schokolade handelt. 

Anfangs wird angedeutet, dass die Regierungsform eine Diktatur ist. Im Verlaufe des Buches bekommt man als Leser davon allerdings nicht allzu viel mit.

Anya lebt mit ihrer im Sterben liegenden Großmutter, ihrem geistig etwas zurück gebliebenen Bruder Leo und ihrer kleinen Schwester Natty ein ganz normales Leben. Bis sie plötzlich in die Machenschaften ihrer Familie hineingezogen wird, Schokolade vergiftet wird und Win auf den Plan tritt. Bis dahin ist Anya ein typischer Jugendlicher, der zur Schule geht, sich um die Familie kümmert und sich mit ihrer Freundin trifft. Außerdem ist sie streng katholisch, was für mich allerdings nicht ganz so glaubwürdig wirkte.

Der Schreibstil von Gabrielle Zevin ist sehr einfach und locker und es wirkt beim Lesen eher so, als würde sie in ein Journal schreiben. Anya spricht uns als Leser auch zwischendurch direkt an und setzt kleine Anmerkungen hinzu. Das hat mich irgendwie echt gut gefallen und machte es leicht, dem Geschehen zu folgen. 

Auch wenn die Geschichte einen wirklich mitzieht, bleiben die Protagonisten eher blass und unscheinbar, auch wenn man merkt, das Anya eine sehr starke Persönlichkeit sein könnte, wenn man ein bisschen mehr darauf eingegangen wäre. Sie klammert sich sehr an die Ratschläge ihrer toten Vaters und baut wenig auf ihre eigenen Instinkte und Gefühle.

Die Grundidee hatte sehr viel Potential, leider wurde für meinen Geschmack etwas wenig daraus gemacht, zu wenig darauf eingegangen, es wirkt eher wie ein Randgeschehen und im Fokus steht ganz klar die Liebesgeschichte zwischen der Mafiabraut und dem Sohn des Regierungschefs. 
Dabei hatte ich mich wirklich auf ein bisschen illegalen Schokohandel gefreut.

Alles in allem hat Bitterzart mich dennoch gut unterhalten und für ein bisschen Unterhaltung gesorgt (und Hunger auf Schokolade!). Die Idee und die Umsetzung bekommen daher von mir noch gute drei Punkte. Wenn nächste Mal mehr auf die Protagonisten geachtet wird, ist da auch deutlich mehr drin.




Homepage: Gabrielle Zevin


Vielen Dank an den FJB Verlag!

Kommentare:

  1. Hmm, hab das Buch noch als E-Book auf dem Kindle. Aber nach deiner Rezension hab ich das Gefühl es bleibt da noch eine Weile ungelesen^^

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    1. Also es ist nicht schlecht und hat mich gut unterhalten :) Leider waren mir halt die dystopischen Anteile zu "angehaucht" bzw. angeschnitten.

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  2. Oh, die Rezension ist irgendwie an mir vorbei gegangen D:
    Den Hunger auf Schoki kann ich voll und ganz nach voll ziehen, vor diesem Fürchte ich mich auch ein bisschen! Nicht, dass ich nach dem Verzehren dieser Reihe nur noch rollend die Wohnung verlassen kann?!

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