Mittwoch, 16. Oktober 2013

[Rez] Charlotte Rogan - In einem Boot [oder wie man vor Langeweile fast absäuft!]






Titel: In einem Boot
Autor: Charlotte Rogan
Verlag: script5
Reihe: Einzelband
Einband: Gebunden
Seiten: 333
Preis: 18,95€
Meine Wertung: 1 von 5 Federn







Damit die einen überleben, müssen die anderen sterben.
Grace ist frisch verheiratet mit Henry Winter, einem jungen Mann aus reichem Hause, als sie sich am Vorabend des ersten Weltkriegs auf der Zarin Alexandra einschifft. Doch nach einer mysteriösen Explosion sinkt der Ozeandampfer, und Henry erkauft seiner Frau einen Platz in einem Rettungsboot.
Den Naturgewalten schutzlos ausgeliefert, treibt das überladene Boot wochenlang auf offener See. In einer Atmosphäre aus Misstrauen und unterdrückter Aggression stellen sich existentielle Fragen.
Sollen die Stärkeren sich opfern, damit die Schwächeren überleben können? Oder besser umgekehrt? Wer darf das entscheiden? Und sitzt Grace überhaupt zu Recht in diesem Boot?
Grace überlebt die Katastrophe, findet sich aber Wochen später vor einem Gericht in New York wieder. Die Anklage lautet auf Mord.
 



Wirklich toll! Ich liebe es einfach <3 Leider war das Buch dahinter keine Liebe...





Die Zarin Alexander sinkt. Grace befindet sich mit ihrem Verlobten auf der Zarin und ist auf dem Weg zu dessen Familie. Als das Schiff sinkt, verlieren sie sich aus den Augen und Grace landet mit 39 anderen in einem völlig überfüllten Rettungsboot. Darauf folgen 21 lange Tage, zwischen den Abgründen der menschlichen Psyche und dem Überleben.
Klingt doch eigentlich gut oder? Nach viel Spannung und Gefühl.

Leider hat mich das Buch in etwa so untergehen lassen, wie die Zarin Alexander.
Mit Grace, der Hauptperson bin ich überhaupt nicht warm geworden. Sie wirkte seltsam distanziert und als würde es nicht um ihr Leben gehen.

Das Buch spielt im Jahre 1914 und hört sich leider auch so an. Der Schreibstil ist zäh wie Kaugummi und bar jeglicher Gefühl. Vor allem mit der Anspielung auf die Titanic hat Charlotte Rogan sich eher selbst ins Bein geschossen, denn wer Buch oder Film der Titanic kennt, wird an viel Gefühl denken und umso mehr fällt auf, dass „In einem Boot“ wirklich sehr kühl gehalten ist. 

Ich dachte, mich erwartet ein Buch zum mitfiebern. Überleben sie, ja? Nein? Wer überlebt und wer stirbt? Sorry, aber die Frage habe ich mir nicht ein einziges Mal gestellt. Dafür allerdings viele andere.

Alle Charaktere waren furchtbar oberflächlich, ebenso wie angeschnittene Themen. Ich hatte das Gefühl, Charlotte Rogan möchte einfach alles einmal angeschnitten habe, aber nicht mehr darauf eingehen.
Es ist natürlich klar, dass nicht alle überleben können, aber über den Tod wird hier so nebensächlich geschrieben, dass ich mich Seiten später noch gewundert hab, wo denn diese und jede Person hin ist.

Vielleicht hab ich die Intention hinter „In einem Boot“ einfach nicht verstanden, denn für mich wirkte es leer und fantasielos.

Im Verlauf der Geschichte stellt man sich viele Fragen und fiebert den Antworten dann doch irgendwie entgegen und so war meine Reaktion, als ich die letzte Seite las ein dickes „HÄH?“ , denn nicht eine der Fragen, die ICH mir gestellt hatte, wurde beantwortet. Dafür wurde das Ende sehr rasant abgehandelt, wo es sich doch auf ¾ des Buches furchtbar zog.
Letztendlich war ich sehr froh, das Buch beendet zu haben und das nächste beginnen zu können. In einem Boot wird vermutlich schnell wieder aus meinem Gedächtnis verschwunden sein. 





In einem Boot hat keinen bleibenden Eindruck hinterlassen und lässt mich frustriert zurück. Wer gerne ethische Fragen diskutiert und nicht viel logische Handlung braucht, der kann „In einem Boot“ ohne weiteres lesen – wer das nicht so sieht, sollte es sich nochmal überlegen

Vielen Dank trotzdem an die Leser - Welt und den script5 - Verlag für dieses Rezensionsexemplar :).

Kommentare:

  1. ...ich wusste doch, warum ich das Buch nicht haben wollte...Danke für die Bestätigung :-)

    LG

    Kay

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    1. Bitte bitte, ich glaub nicht, dass es dir ansatzweise gefallen hätte ;) Ich würd mir übrigens gerne Boy Nobody von dir erschnorren :D

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    2. Hi Jessy,

      schreiben wir heute Abend mal bei FB ;-)

      LG

      Kay

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  2. Ich finde auch, dass es nach keinem Buch für mich klingt xD Du hattest uns ja einiges auf der Fahrt zur Buchmesse erzählt, aber ich denke, die meisten können sich jetzt ein gutes Bild vom Roman machen und selber entscheiden...mhh :)

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    1. Jaaa wobei ich FURCHTBAR zusammenfassen kann und die Hälfte schin vergessen hatte xD

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  3. Hach ... das Buch klang doch aber so super.. mist!
    einer anderen Bloggerin hat es auch schon gefallen, Schade schade schade ..
    ich fand den Klappentext so interessant..
    Danke für deine tolle Rezi.

    Liebst, Lotta

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    1. Zur Not kannst du es dir gern von mir ertasuchen *grins*

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  4. Ich fühle mich noch nicht abgeschreckt und falls das Buch noch zu haben ist, bräuchte ich nur mal ne Liste, auf der ich schauen kann, ob ich dir einen Wunsch erfüllen kann :-)

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    1. Tja mit deiner WL kann ich leider nicht viel beschicken :-( Ich habe zwar den Stiefvater, aber der ist als Wanderbuch für 4 - 5 Monate unterwegs. Und Sturz in die Zeit kann ich dir nur als Hörbuch anbieten. Als letztes ist noch Everlasting - da mag ich mich nicht von trennen, da ich es mir letztes Jahr auf der BM hab signieren lassen. :-( Da du ja auch ein paar eBooks auf der Liste hast, könnte ich dir sonst eine Amazon-GS anbieten. Leider kann man die ja bei uns ja immer noch nicht verschenken.

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    2. Das hatte ich mir genau so gedacht :-) Ich texte dich mal bei FB an, zwecks Mail-adresse und dann kannst du ihn Morgen schon haben :-)

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  5. Ich hätte mir auch mehr versprochen, sehr ernüchternde Rezi ^^

    LG
    Anja

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    1. Kommt vielleicht drauf an, wie man an das Buch ran geht :/ Meine Erwartungen waren wohl nicht dem Buch entsprechend... x3

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  6. Schade, dass es dir so gar nicht gefallen hat, aber ich glaube, da waren auch ganz falsche Erwartungen im Spiel. Es ging hier ja nicht um Spannung, sondern vielmehr um die ethischen Fragen, mit denen man sich in ihrer Situation auseinandersetzen muss. Charakterausbau war für mich da eher unwichtig (außer natürlich Grace), schließlich spielt das ganze Buch ja nur in ihrem Kopf.

    Aber da sieht man wieder mal, wie unterschiedlich Wirkungen sein können.

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    1. Ja leider, aber wären wir alle einer Meinung, wär es doch öde odr?:D

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  7. Also trotz deiner negativen Bewertung hast du mich ja jetzt schon irgendwie neugierig auf das Buch gemacht ;)

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