Donnerstag, 26. September 2013

[Rez] Anne Mehlhorn - Die Seele des Stachelschweins






Titel: Die Seele des Stachelschweins
Autor: Anne Mehlhorn
Verlag: Fhl Verlag Leipzig
Reihe: Einzelband
Einband: Taschenbuch
Preis: 11,95€
Meine Wertung: 4 von 5 Federn








Seit er an seinem größten Traum gescheitert ist, hat Noel der Welt den Rücken zugekehrt. Die Sterne zu beobachten ist das einzige, wobei er noch Freude empfinden kann. Eines Nachts entdeckt er einen Kometen, der auf der Erde einschlagen und eine globale Katastrophe auslösen wird.
Noel beschließt, keinen vor der drohenden Gefahr zu warnen, denn weder sein eigenes noch das Leben eines anderen ist für ihn noch von Bedeutung. Doch dann lernt er Cassandra kennen. Cassandra, die alles verloren hat und die glaubt, das Leben nicht verdient zu haben.
 


Das sind die Stacheln eines Stachelschweins und von daher passt das Cover doch wohl definitiv zum Titel?! ;)




Dieses Buch mit dem wirklich seltsamen Titel war für mich absolut die Überraschung des Jahres. 


Tiefgründig und mitfühlend erzählt Anne Mehlhorn die Geschichte von Noel, der sein Leben gegen die Wand gefahren und seine Träume aufgegeben hat. 7 Jahre schreibt – bzw. schreibt nicht – er jetzt schon an seiner Doktorarbeit. Sich umzubringen hat er versucht und ist gescheitert. In seinem Leben kann er weder vor und zurück. 
Er ist allein, hat nicht die Courage etwas zu ändern und dann macht sich auch noch das Schicksal über ihn lustig.

Er liebt die Astronomie. Und als er eines Nachts durch sein Teleskop blickt, entdeckt ausgerechnet ER einen neuen Meteoriten. Der direkt auf die Erde zurast. Unaufhaltsam. Das Ende der Welt wäre gekommen sollte dieser Meteorit einschlagen.


Frustriert wie er ist, entschließt er sich dazu, einfach abzuwarten. Nichts zu tun.

Bis er dem Mädchen Cassandra das Leben rettet. Cassandra glaubt, dass sie alles verloren hat und das Leben nicht verdient hat. Ihr größter Wunsch? Einmal die Polarlichter sehen.

Und weil Noel selbst nichts mit den verbliebenden Wochen anzufangen weiß, macht er sich mit ihr auf den Weg.


Was mich am meisten überrascht hat, war der Schreibstil. Sanft, mitreißend und irgendwie „alt“ hat er mich zutiefst beeindruckt. Alt im Sinne von – schon sehr viel Lebenserfahrung die dahinter steckt.


Es fühlt sich die ganze Zeit so an, als würde man Cassandra und Noel auf ihrer Reise begleiten, man fiebert mit ihnen mit, als ihnen das Schicksal immer wieder ein Hindernis in den Weg legt. Dazu kommt, dass Noel nicht weiß, wie man mit Menschen umgeht. So gar nicht.


Und genau das macht ihn auf anziehende Weise charmant – diese Mischung aus Hilflosigkeit, Grantigkeit und Liebe.


Cassandra dagegen ist anfangs aufmüpfig und selbstzerstörend, entwickelt sich aber immer weiter zu einem glücklichen, fröhlichen Menschen.


Die Sicht wechselt von Cassandra zu Noel und zurück, so dass man beiden Protagonisten sehr nahe ist. Die Gefühle kommen beim Leser an, die ganze Geschichte ist Hieb und Stichfest und lässt einen mit der Frage zurück:

Hast du deine Träume verwirklicht? Was würdest du tun, wenn das Ende der Welt Nahe wäre?



Alles in allem hat mit „Die Seele des Stachelschweins“ wirklich sehr gut gefallen. Ein Roman voller Zweifel und Liebe der einen mitnimmt und nicht wieder absetzt. Im Ganzen ist es eher ein „realer“ Roman über eine wachsende Liebe und das menschliche Sein. Hier gibt’s definitiv eine Leseempfehlung von mir!





Vielen vielen Dank an Anne Mehlhorn für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! :)

Kommentare:

  1. Okay also so 'Problembücher' sind nicht wirklich was für mich
    aber mit dem Titel hätte ich jetzt eh nicht wirklich zugeschlagen ;D

    Klingt eher nach einem Jan-Buch ;P
    Schöne Rezi btw

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    1. Ist ja kein "Problembuch" im eigentlichen Sinne :D Aber das ist echt super schön das Buch .___. <3

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  2. Ich finde das hört sich toll an :)
    Und deine Rezension ist auch gelungen! Mir ist bei solchen Büchern ja wirklich wichtig, dass das Dramatische bzw. Traurige zwischendurch auch wieder abgebaut wird, sodass man mal durchatmen kann! Am besten ist es natürlich, wenn auch noch ne Schüppe Humor/Ironie/Sarkasmus mit draufkommt. (Obwohl das in wirklich JEDEM Buch vorteilhaft ist^^)

    Liebe Grüße
    Jana

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    1. Es IST auch toll :D
      Also die Geschichte ist traurig aber gleichzeitig charmant witzig ;) Und das wo ich sowas gar nicht so oft lese :3 <3

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  3. Hach das klingt ja wirklich toll. Ich muss sagen, dass ich als ich den Titel gelesen habe erst mal in etwa so geguckt habe: Oo !?
    Deine Rezension ist sehr überzeugend und ich glaube ich muss dieses Buch lesen :D

    Liebst, Lotta

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    1. Das klingt nicht nur toll :D Lies es! Ich fand es super schön und eigentlich bin ich bei solchen Geschichten echt nicht so leicht zu begeistern....

      Und der Titel ist ein Zitat :D Musste mal googlen. Arthur Schoppenhauer ;D

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