Dienstag, 25. Juni 2013

[Rez] Sophie Jordan - Firelight

Titel: Firelight - Brennender Kuss
OT: Firelight
Autor/in:
Sophie Jordan
Verlag:
Loewe
Reihe: Trilogie
Gebunden: 376 Seiten
Sprache: Deutsch
Preis: 17,95€
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Als sie Will zum ersten Mal sieht, flieht Jacinda vor dem Jungen mit den haselnussbraunen Augen. Denn sie hat ein Geheimnis: Sie ist eine Draki, ein Mädchen, das sich in einen Drachen verwandeln kann. Nur in ihrem Rudel, hoch oben in den Bergen, glaubt sich Jacinda sicher. Sicher vor den Drachenjägern, die es auf ihre schillernde Haut und ihr purpurfarbenes Blut abgesehen haben.
Doch im Rudel braut sich Unheil zusammen. Hat es damit zu tun, dass Jacinda den gut aussehenden Cassian, den zukünftigen Leitdrachen, heiraten soll?
Ihre Mutter verschweigt ihr etwas, als sie bei Nacht und Nebel das Dorf verlassen. Todunglücklich beginnt Jacinda ein neues Leben. Da trifft sie Will wieder und Hals über Kopf verliebt sie sich in ihn. Aber ihre Liebe darf nicht sein denn Will ist ein Drachenjäger.

Wirklich sehr hübsch und passend zum eigentlichen Thema des Buches!
 


„Draki“ nennen sich die heutigen Nachfahren der Drachen. Es sind Menschen, die sich bei starken Gefühlen in Drachen in Menschgestalt verwandeln. Sie werden von Jägern gejagt und ihr einziger Vorteil ist es, dass die Jäger nichts von ihrer Fähigkeit sich in Menschen zu verwandeln wissen. Jacinda ist einer der letzten Feuerdraki und damit etwas Besonderes für ihren Clan. Als sie mit dem Sohn des Oberhauptes verheiratet werden soll, entscheidet sich ihre Mutter dazu den Clan zu verlassen – zusammen mit ihren beiden Töchtern zieht sie in die Wüste. Dort soll der Draki in Jacinda verkümmern und ihr zu einem normalen Leben verhelfen. Wenn da nicht noch Will wäre…

Soweit so gut. Die Idee der Drakis und das gesamte Konstrukt, die Beschreibungen und und und fand ich wirklich super interessant und zu Anfang flogen die Seiten nur so dahin. Man steigt direkt in eine spannende Hetzjagd in das Buch ein und fiebert mit Jacinda mit. Sophie Jordan hat es geschafft, dass ich die Draki quasi bildlich vor Augen hatte.

Dann aber der große Knall. Nachdem der Plot vom Drakiclan zur High-School gewechselt ist, plätschert er seicht und vorhersehbar daher. Jacindas Leben besteht nur noch daraus, ihr Draki Dasein zu verstecken und gleichzeitig am Leben zu erhalten. 

Und dann Zack bumm verlieben sich Will und Jacinda ineinander, können nicht mehr ohne den anderen sein und es passiert das, was mir bei so vielen Jugendbüchern immer wieder aufstößt – die Autorin nimmt sich NICHT die Zeit, die Liebe nachvollziehbar zu machen.
Ich meine , sie kennen sich nicht und fühlen sich trotzdem magisch voneinander angezogen – Klischee.

Sie sind Beute und Jäger – Klischee. 


Sie himmeln sich an und halten den anderen für perfekt und super – Klischee.


Und natürlich ist Will der beliebteste Junge der Schule, an den kein Mädchen rankommt und die Obercheerleaderin hat trotzdem Besitzansprüche auf ihn angemeldet und hasst Jacinda demnach – ich will es gar nicht schreiben, aber: Klischee!!!

Und leider, leider rückt die Liebesgeschichte komplett in den Fokus, das Draki Dasein wird quasi nur noch als Nebenhandlung aufgeführt.

Und dann Jacindas ständige – und mit ständig meine ich ständig – Meinungsumschwünge. Nein, Will ist ein Jäger ich kann das nicht. Ja, ich brauche Will, weil er mich lebendig macht. Nein, zu gefährlich. Ja, weil doch. Nein. Ja. Nein. Ja. Ach egal – JA!

Leider sind beide Charakter auch noch furchtbar flach geblieben, denn viel bekommt man von der inneren Tiefe nicht mit – außer natürlich, dass Jacinda sehr entscheidungsfreudig ist.

Das erinnert mich leicht an Gute Zeiten, Schlechte Zeiten… Hätte die Autorin sich mehr auf den Draki – Faktor konzentriert und wäre nicht in eine seichte Liebesgeschichte weggedümpelt, wären hier locker das doppelte an Punkten möglich.








Leider hat mich Firelight wirklich enttäuscht. Es wartet mit einer wunderbaren Idee und einem Storyboard auf, das eigentlich nur gut sein kann. Leider macht die Liebesgeschichte direkt aus dem Koffer der Klischees die gesamte Story kaputt. Das vorhandene Potential ist hier vielleicht maximal zu 20% ausgeschöpft worden. Trotzdem werde ich in der Hoffnung auf mehr ‚Draki‘ zu Band 2 greifen und wehe, das bessert sich nicht!

Kommentare:

  1. Auch wenn ich zu einem so ganz anderen Ergebnis gekommen bin, kann ich deine Kritik nachvollziehen. Diese Meinungsschwankungen haben mich als einziges geärgert. Aber in Band 2 noch mehr :-D

    Ich persönlich kann mich jetzt auf einen supertollen Abschluss freuen (Herbst). Der muss ja nochmal richtig loslegen :)

    lg
    Steffi

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  2. Juchu, jemand, der auch nicht so begeistert war von dem Buch :D
    Diese Launen von Jacinda haben mich echt fertig gemacht während des Lesens, die ganze Zeit dachte ich: Ja, was denn nu? Und alles war auch noch so vorhersehbar... ganz abgesehen von den Klischees natrlich. Boah, diesen ganzen Highschoolklamauk hätte sich die Autorin auch sparen können. Ich wusste von der ersten Sekunde an, was mit der Oberzicke noch passieren würde und dann diese Schlägerei im Klo >.<
    Den Folgeband werde ich garantiert nicht lesen, wenigstens bin ich um diese Erkenntnis reicher geworden xD

    Alles Liebe, Josi ♥

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