Mittwoch, 17. April 2013

[Rez] Dan Wells - Partials 1 - Aufbruch

Titel: Aufbruch
OT: 
Partials
Autor/in: 
Dan Wells
Verlag: ivi
Reihe:Partials
Gebunden: 512 Seiten
Sprache: Deutsch
Preis: 16,99€
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Den Krieg gegen die Partials, künstlich erschaffene Menschen, haben nur wenige tausend echte Menschen überlebt. Die 16-jährige Kira begibt sich mit einer Gruppe Verbündeter nach Manhattan, ein Gebiet, das die übermächtigen Partials beherrschen. Und dabei entdeckt sie, dass nicht nur die Menschen, sondern auch die Partials vor dem Untergang stehen – und beide mehr gemeinsam haben, als sie ahnten. Die letzten Menschen haben sich nach einer verheerenden Katastrophe nach Long Island, vor die Tore Manhattans, zurückgezogen. Die Partials, übermächtige Krieger, die einst von den Menschen erschaffen wurden und sich dann gegen sie wendeten, bedrohen die Überlebenden. Und eine unheilbare Seuche fordert ihre Opfer. Die sechzehnjährige Kira setzt alles daran, einen Weg zu finden, die Krankheit zu heilen. Doch dieser Weg führt sie nach Manhattan, mitten in das Gebiet der unheimlichen Partials. Und was sie dort entdeckt, wird nicht nur ihr eigenes, sondern das Schicksal aller Geschöpfe auf unserem Planeten verändern.




Die Farbe sticht auf jeden Fall aus meinem Regal heraus. Heiliger Bimbam, die ist mutig. Aber das Cover find ich soweit ganz schön, wobei ich das englische dennoch lieber mag.


Partials ist so ein Buch, das ich nicht in der für mich gewohnten Geschwindigkeit lesen konnte. Dadurch, dass Dan Wells seine Geschichte mit wissenschaftlichen Fakten untermauert hat und dem ganzen wirklich ein Fundament gegeben hat, ist es kein Buch, dass man ‚mal eben so weg lesen‘ kann. Zumindest für mich war es das nicht, in den Seiten, bei denen es um die Gene und den Virus ging, musste ich mich wirklich konzentrieren, um da nicht die Logik zu verlieren. Und das trotz einem Jahr Biologie Leistungskurs.

Partials trumpft durch fundiertes Wissen und sympathische Charakter, die nicht zu perfekt sind und das alles vor einer mehr als interessanten Zukunftsvision, die einen wirklich guten und umfassenden Weltentwurf liefern.

Die Geschichte spielt nicht zur Zeit des Krieges gegen die Partials, sondern etwa zehn Jahre danach. Es gibt nur noch wenige Menschen auf der Welt, die übriggebliebenen haben sich zusammengeschlossen und sich ein Leben aufgebaut. Die Partials hat mein seit dem Krieg nicht mehr gesehen, allerdings macht die Organisation ‚The Voice‘ den Menschen zu schaffen. ‚The Voice‘ ist eine Widerstandsbewegung gegen die neu gegründete Regierung. Das gravierendste Problem allerdings ist, dass kein Baby seit dem Krieg überlebt hat. Sie sterben kurz nach der Geburt, durch den von den Partials freigesetzten Virus.

Um ein Heilmittel zu finden und die Forschung voran zu bringen, wurde ‚Hope Act‘ gegründet und seit Jahren wird das Geburtsfähigesalter immer weiter hinab gesetzt, so dass zu diesem Zeitpunkt jedes Mädchen mit 18 schwanger werden muss, denn der jüngste lebende Mensch ist vierzehn  Jahre.

Dan Wells schafft es eindrucksvoll die Abgründe der menschlichen Spezies darzustellen und dem Leser das System zu verdeutlichen, ohne ihm seine eigene Meinung darüber aufzubürden. Die Frauen sind so gut wie ausschließlich als Gebärmaschinen zu betrachten.
Kira arbeitet in der Forschungseinheit und als ihre ‚Schwester‘ schwanger wird, will sie alles dafür tun, dass das Kind überlebt. Kira ist ein sehr harscher, starker. Sie ist zielstrebig und wissensdurstig und gibt nicht so schnell auf. Ohne Rücksicht auf Verluste und ihr eigenes Leben, tut sie alles, um die Babys zu retten.

Die Partials lernt man erst relativ spät kennen, sie wurde von den Menschen geschaffen, um für sie zu kämpfen und haben sich gegen die Unterdrückung die darauf folgte gewährt. Als man auf sie trifft, stellt sich die Frage: was heißt Menschlichkeit denn nun eigentlich? Woran erkennt man, dass man menschlich ist und wer bestimmt das?

Ich finde es auch jetzt, wo diese Rezension Form annimmt, immer noch schwer, sie zu schreiben. Es gibt so viele Eindrücke und Facetten, die man gar nicht in Worte fassen kann, dass es mir wirklich schwer fällt, das rüber zu bringen.

Zum einen erfährt man wirklich sehr viel über die Forschung, beschäftigt sich mit Pheromonen, Viren und so weiter. Diese Teile des Buches musste ich wirklich langsam lesen, um nichts zu verpassen. Konzentrieren muss man sich bei Partials auf alle Fälle.

Kritikpunkt ist allerdings, der Fokus auf die Hauptcharaktere. Ich weiß mittlerweile nicht mehr, wie die Nebencharakter hießen, weil sie allesamt wirklich blass und austauschbar waren und einfache Stereotypen, die man mal eben zur Hand nimmt um etwas voran zu treiben. Spannung wurde es auch erst zur Mitte hin, doch ich war gut beschäftigt und ab da dann auch wirklich so gefesselt, dass ich es in einem Rutsch gelesen habe. Und wenn dann der ‚Aha‘ – Effekt kommt, will man nur noch weiter. Positiv anmerken muss ich auch, dass Dan Wells die Suche nach den Partials nicht wie einige andere das getan hätten, über das ganze Buch ausgeweitet hat, sondern relativ schnell auf den Punkt kam.




Alles in allem ist es wirklich ein gelungenes, gut durchdachtes Buch mit tollen Hauptcharakteren und keine 0-8-15 Liebesgeschichte, die dahinter steckt. Mit dem Ende bin ich auch soweit zufrieden, ich hab jetzt nicht das Gefühl, dass Dan Wells uns damit ärgern wollte, sondern dass es der perfekte Zeitpunkt für diesen Cut war. Von mir hier auf jeden Fall eine Leseempfehlung mit 4 von 5 Punkten!



Vielen Dank an den IVI - Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! :)

Kommentare:

  1. Yay, klasse dass es dir auch so gut gefallen hat! Das Ende ist schon ein klein wenig fies gemacht, also man muss dann einfach wissen, wie es weitergeht. Aber geb dir Recht, da gibt es schlimmere Cuts ;P

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    1. Spontan fallen mir da tausend schlimmere Cliffhanger ein :D Von daher ist es zu ertragen und hab Band 2 ja auf englisch hier... nur recht schweres Vokabular..

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