Montag, 15. Oktober 2012

[Rez] Jonathan Maburry - Lost Land 01


Titel: Lost Land: Die erste Nacht
OT: Rot & Ruin
Autor/in: Jonathan Maberry
Verlag: Thienemann
Reihe: Lost Land
Gebunden: 528 Seiten
Sprache: Deutsch
Preis: 16,95€ 
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In Mountainside gelten strenge Gesetze. Wer 15 ist, muss selbst für seinen Unterhalt sorgen, anders ist das Überleben nicht möglich. Da er keine Alternative hat, geht Benny Imura bei seinem Bruder in die Lehre, einem bekannten Zombiejäger. Er hasst Tom, den er für den Tod ihrer Eltern verantwortlich macht, hält ihn für skrupel- und verantwortungslos. Doch dann erlebt er einen Jäger, der die Untoten respektiert und versucht, ihnen einen würdevollen Tod zu ermöglichen. Denn sie waren einmal Menschen, die liebten und geliebt wurden. Und er erkennt, dass die wahre Gefahr im Lost Land nicht von ihnen ausgeht. Wirklich kaltblütig sind Menschen wie Rotaugen-Charlie und sein Clan, brutale Herren über Leben und Tod. Als sie Nix, seine Freundin, entführen, zieht Benny an Toms Seite in einen Kampf mit höchst ungewissem Ausgang … Eine Katastrophe, deren Ursache niemand kennt. Eine Enklave, in der sich die letzten Überlebenden verschanzt haben. Ein riesiges Niemandsland, das von Untoten bevölkert wird. Zwei Brüder, die einander Feind sind. Ein junges Mädchen, das den einen bewundert und den anderen liebt. Menschen, die von Freiheit und Zukunft träumen - in einer Welt, die zerstört ist.




 Hm, irgendwie find ich das US Cover(rechts) am besten. Und ich kann euch gar nicht sagen warum. Irgendwie wirkt es am pasendsten, denn ich denke mal, dass Auge soll das eines Zombies darstellen.


Weil Benny Imura es in keinem Job aushielt, verlegte er sich aufs Töten.

Ich wollte mir das Buch von Jonathan Maburry schon ewig auf englisch zulegen und hab es nie getan. Und dann hab ich es auf Blogg dein Buch entdeckt und musste die Gelegenheit beim Schopfe packen.
Ich habe es definitiv nicht bereut! :)

Was mir als allererstes positiv aufgefallen ist, ist der Schreibstil. Flüssig und angenehm liest er sich weg und die 500 Seiten kommen einem vor wir 200. Umso mehr hatte es mich gewundert, dass es dann draußen auch 'plötzlich' dunkel war. Der Schreibstil macht einfach Spaß, ebenso wie Benny als Charakter.

Er ist ein typischer Teenager, mit dem man die Wandlung zum erwachsen sein miterlebt. Seine Glaube und seine Ansichten verschieben sich im Laufe der Geschichte immer weiter von einem naiven Jungen, zu einem wissenden Erwachsenen.
Anfangs ist Benny sehr normal. Fast schon durchschnittlich. Er hat seine Clique, seine Hobbies und seine eigene, festgestanzte Meinung. Das wichtigste für ihn ist es, sein Gesicht zu wahren und möglichst 'cool' zu wirken. Also ein richtiger Teenager eben. Er denkt, das wichtigste sei es, einen einfachen und lukrativen Job zu finden und das darin sein Schicksal liegt.

Allerdings merkt man schon sehr bald, dass hinter Benny mehr steckt, als es den Anschein hat. Er ist mutig, schlagfertig und steht zu seiner Meinung - hat aber auch eine traurige, wütende Seite. Später erfährt man auch, wieso Benny so wütend auf seinen Bruder Tom ist.
Außerdem hegt er einen Abgrundtiefen Hass gegen die Zombies, die im Leichenland leben. Begründen tut er diese mit seiner ersten Erinnerung, in der sein Vater 'erkrankt' und seine Mutter tötet.

Als Benny seinen ersten Ausflug ins Leichenland erlebt, begreift er nach und nach, das nicht alles so ist, wie es scheint. Und das ist mir wiederum positiv aufgefallen, denn Jonathan Maburry greift nicht den typischen Typ 'Zombie' auf.
Bei ihm sind 'Zombies' erkrankte Menschen, die verdammt sind für immer gefühllos in der Gegend umher zuwandern bzw. stehen. Er stellt sie nicht als Tötungsmaschinen dar, sondern als Opfer. Im Gegensatz dazu stellt er einige Menschen, die die Wahl haben und trotzdem grausame Dinge tun.

"Zombies werden von irgendeiner Krankheit angetrieben, sind im Grunde aber ohne Verstand und seelenlos. Dagegen haben diese Männer Seelen und Verstand, tun aber trotzdem all diese Dinge." 
(S. 386)

Als eben solche Menschen Bennys beste Freundin 'Nix' entführen, macht dieser sich mit seinem Bruder Tom auf den Weg um sie zu retten.

Als zweiten Erzählstrang bindet Jonathan Maburry noch die 'Legende' vom 'Verlorenen Mädchen' ein. Diese soll angeblich den Standort des grausamen Ortes 'Gameland' kennen, in dem sowohl Erwachsene als auch Kinder in eine Grube voll Zombies gesteckt werden. Wenn sie überleben erspielen sie sich damit quasi zusätzliche Nahrungsrationen.

Also beginnt auch noch die Suche nach dem "Verlorenen Mädchen". Als das Buch langsam zum Ende kommt, wird es immer spannender und gipfelt letztendlich in einem befriedigendem Finale.
Der Epilog, der daraufhin folgt, bringt das ganze noch einmal sehr emotional traurig zum Abschluss.


Wer Lust auf einen etwas anderen Zombieroman hat, der ist mit Lost Land sicher gut bedient. Es ist zwar nicht durchweg spannend, doch hat viele andere Aspekte die überzeugen. Schöne, symphatische Charakter, die liebevoll ausgearbeitet sind. Eine interessante Story und einige unverhoffte Wendungen. Und ebenso eine emotionale Tiefe, die ich dem Buch zu Anfang nicht zugetraut hätte.
Allerdings würde ich fast sagen, dass es keine richtige Zombiegeschichte ist, denn diese sind so gut wie nur Statisten, ein  Nebeneffekt, der die Geschichte vorantreibt.



4,5 von 5 Federn





1. Die erste Nacht
2. englischer Titel: Dust and Decay
3. englischer Titel: Flesh and Bone
4. englischer Titel: Fire and Ash


Vielen Dank an 


und den

Kommentare:

  1. Eine shöne Rezension von dir. Irgendwie haben wir wohl alle etwas anderes erwartet :D.....aber es ist ja trotzdem etwas gutes dabei herausgekommen! :D
    Lg Jan

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  2. Das hört sich aber interessant an. :) Super Rezension!

    LG! <3
    Lydia

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