Montag, 29. Oktober 2012

Halloween - Gewinnspiel : Gruseliges Gezwitscher Part No°3



Hier das Gewinnspiel selber und Part No°1 & 2 der eingesandten Geschichten :D





 


Gruseliges Gezwitscher No°5


GHOST


Prolog: 
30. Oktober 2009 Garland, Texas
Die Schwarze Gestallt richtet sich vor ihr auf. Der wallende Stoff war zerfetzt und an einigen Stellen angebrannt. Unter der großen Kapuze konnte man das Gesicht des Eindringlings nicht erkennen. Das Mädchen mit den blonden Locken und den kristallblauen Augen saß aufrecht im Bett und starrte die finstere Gestalt an, die sich wie ein schwarzer Schatten aus der Wand erhoben hatte. Ihre Augen waren starr auf die Gestalt gerichtet.  Das Mädchen wollte nach ihren Eltern rufen, doch aus irgendeinem Grund gehorchte ihre Stimme ihr nicht mehr. Die Gestalt bewegte sich auf das Bett des Mädchen zu. Sie schwebte über das Fußende und ließ sich auf der Bettdecke nieder. Wie in Zeitlupe hob es einen der schmutzigen Ärmel und strich sich die Kapuze vom Kopf. Darunter hervor kam ein schrecklich entstelltes Gesicht. Die Haut war weiß und durchsichtig. Die Wangen waren eingefallen und die Lippen waren schwarzverfärbt. Die starren schwarzen Augen blickten regungslos auf das erstarrte Mädchen vor ihr. Die Haare der weißen Frau hingen schwarz und struppig an ihrem Kopf bis in den Kragen des Gewandes. Die Frau öffnete die Lippen und ein Eiskalter Schauer Kroch aus ihrem Mund über die Bettdecke und ließ das kleine Mädchen zusammen zucken. "Amilie.", säuselte eine Stimme. Sie klang als käme sie von weit her. Nur ein Flüstern. Das Mädchen starrte in die schwarzen Augen der Gestalt auf ihrem Bett. Eine Fremde macht hatte von ihr Besitz ergriffen. Ihre kleinen Hände lösten sich aus der Umklammerung ihrer Stoffbären. Ihre dünnen Ärmchen streckten sich der Frau entgegen. "Amilie.", flüsterte die Frau erneut und streckte ebenfalls die Arme nach dem kleinen Mädchen aus. Die langen Ärmel rutschten zurück und entblößten weiße, faltige Hände, die eher nach alten, knorrigen Ästen aussahen als nach Händen einer Frau. "Komm zu mir.", die Stimme der Frau klang nun nicht mehr lockend, sondern drängend. "Komm." Plötzlich erklang ein knarren von der Tür her. Das Gesicht der Frau wirbelte zur Tür. Sie Stand offen. Auf der Schwelle ins Zimmer stand ein Mädchen mit langen braunen Haaren, die ihr bis zur Taille gingen. Sie hatte tiefe Schatten unter den Augen und starte mit offenem Mund die Szenerie im Zimmer an. Die Hände des kleinen Mädchens waren nur noch Millimeter von denen der weiblichen gestallt ihr gegenüber entfernt. In dem Moment als das Mädchen an der Tür ein Schritt aufs Bett zutrat und den Baseballschläger in ihrer Hand hob machte die Schwarze gestallt einen Satz und packte sie an beiden Handgelenken. Ein Eisiger Blitz durchfuhr Alexandra, ließen ihre Muskeln für einen Moment starr werden und entspannte sie dann völlig. Der hölzerne Schläger entglitt ihren Fingern und fiel polternd zu Boden. Die Frau beugte sich tief zu dem Mädchen herab und fixierte sie mit ihren schwarzen Augen. "Das wirst du bereuen." Ihre schwarzen Lippen öffneten sich, aber bewegten sich beim reden kaum. "Ich weiß nicht was du bist, aber wenn du Amy etwas angetan hast, schwöre ich bei Gott, ich bringe dich um.", nachdem sie diese Worte hervor gepresst hatte, fühlte sich ihr Hals an als würde sich ein Stahlseil drum winden. Die Frau beobachtet mit einem interessierten Ausdruck im Gesicht wie die Augen des Mädchens unter ihr hervortraten und sie anfing unkontrolliert zu zucken. Ihre Beine gaben unter ihr nach und sie stürzte auf den Boden wo sie zusammengekrümmt und vorn übergebeugt keuchend versuchte Luft zu bekommen. Sie kratze sich die Haut am Hals auf und grub ihre Nägel tief ins Fleisch bei dem Versuch die unsichtbare Schlinge von ihrem Hals zu lösen. Die schwarze Frau richtete sich auf, bedacht das Mädchen auf dem Boden nicht aus den Augen zu verlieren. Nur noch einige Sekunden und sie würde sterben. Heißen Blut lief an Alexandras Arme entlang und jeder Tropfen, der zu Boden viel hörte sich in ihren rauschenden Ohren wie ein Donnerschlag an. Die Unbekannte packte das kleine Mädchen, das mit weit aufgerissenen Augen auf die Szenerie am Boden starte und hob es hoch. Im nächsten Augenblick stand sie am Fenster und schlüpfte durch den Spalt aufs Fensterbrett.  Alexandra richtete sich mit letzter Kraft auf. Das Bild vor ihren Augen flackerte und wurde immer wieder schwarz. Das letzte was sie hörte, bevor diese Hexe vor ihren Augen mit ihrer kleinen Schwester verschwand war Amilies entsetzlicher Schrei und ein Zischen. Dann loderte da, wo eben noch die Frau mit Amy gesessen hatte Feuer. Es breitete sich unbegreiflich schnell aus. Die Flammen züngelten schon an dem Kinderbett, als Alexandra es schaffte sich aus dem Zimmer zu schleppen. Sie musste ihre Eltern retten! Taumelnd und immer wieder stürzend gelangte sie an die Zimmertür ihrer Eltern. Als sie sie öffnete schlug ihr Hitze entgegen. Das Bett ihrer Eltern stand in Flammen und der Raum war voller Rauch. Das Mädchen sank am Türrahmen hinunter und blickte mit starren Augen auf das lodernden Feuer. Das konnte nicht sein! Das Feuer war in Amys Zimmer. So schnell konnte es nicht sein! Diese Hexe hatte ihr die Kehle zugedrückt ohne sie zu berühren. Sie hatte Amy entführt. Sie hatte das Haus entzündet und ihre Eltern getötet. Alexandra zog sich am Türrahmen hoch und wankte zurück in den Flur. Trotz beißendem Rauch, Hitze und immer häufigeren Schwindelattacken überlag der natürliche Selbsterhaltungstrieb. Sie musste hier raus! Als Alexandra die Haustür erreichte stand das gesamte Haus in Flammen. Hustend und keuchend stieß die die Tür auf und stolperte auf den Rasen vor ihrem Haus. Mit letzter kraft zog sie sich einige Meter von der Türschwelle auf das vom Regen feuchte Gras und drehet sich auf den Rücken. Die kühle Nachtluft jagte wie Eis durch ihre geplagte Lunge und ließ sie schaudern. Ihre Augen waren vor lauter Rauch geschwollen und hörten nicht mehr auf zu Tränen. Wie Sturzbäche liefen die bitteren Tränen an ihren Wangen runter und tropften auf ihr Nachthemd, das voller Blutflecke war. Aus der Ferne hörte sie die Sirenen, die näher kamen. Die Nachbarn mussten das Feuer gesehen haben und die Polizei verständigt haben. Erst jetzt merkte sie wie der Stresspegel wieder viel. Ihre Muskeln entspannten sich ohne, dass sie Einfluss hatte. Ihre Unterarme, auf die sie sich gestützt hatte, knickten weg und sie spürte die Kälte an ihrem Kopf. Die Wunden an ihrem Hals begannen plötzlich wie Feuer zu brennen, so das ihr noch mehr Tränen in die Augen schossen. Das eben Erlebte ließ sich nicht mit ihrem Bewusstsein vereinen. Alexandra spürte wie Übelkeit in ihr Aufstieg, als sie die Augenschloss und das Bild dieses Täufelsweib wie ein Gewitter hinter ihren geschlossenen Augenlieder aufflackerte. Das Bild ihrer kleinen Schwester und ihrer Eltern. Alles begann sie zu drehen und helle Lichter explodierten ohne Pause. Das einsetzende Rauschen in ihren Ohren war schuld, dass sie die Feuerwehrautos nicht hörte, die vor dem Haus parkten. Sie hörte auch nicht das Geschrei der Männer und der Frauen, die aus den Fahrzeugen sprangen. Sie spürte nur wie jemand sie an beiden Schultern packte, Hochhob und wegtrug. Alexandra öffnete für einen Moment noch mal die Augen und warf ein letzten Blick auf das brennende Gerüst, das einmal ihr Zuhause gewesen war. In diesem Moment flackerte die Gewissheit auf, dass sie nie wieder ein normales Leben haben würde. Dieses Etwas hatte sie zwar nicht ermordet, aber trotzdem ihr Leben zerstört. Sie hatte ihre Eltern getötete, ihre kleine Schwester entführt und Alexandra beinahe in bei Lebendigem Leibe verbrennen lassen. Als die Türen des Krankenwagens geöffnet wurden und der Feuerwehrmann, der sie getragen sie auf eine Trage ablegte wusste Alexandra eins. Egal was passieren würde. Sie würde, sie würd diese Ausgeburt der Hölle jagen, finden und für das bestrafen, was sie ihr angetan hatte.






Gruseliges Gezwitscher No°6
Demon de Sang


Prolog

Matilda stand auf einer Wiese voller Blumen, sie dufteten nach Frühling, nach Freiheit. Die Sonnenstrahlen wärmten ihr Gesicht und sobald sie ihre Augen schloss, war es, als ob sie eine Lampe in ihrem Kopf eingeschaltet hätte. Es war herrlich, so eine Ruhe, innerlich sowie äußerlich. Niemand wollte ihr wehtun, niemand befahl ihr Dinge. Sie konnte einfach sie selbst sein. Doch was war das? Da war ein Geräusch, als ob jemand zu hier sprinten würde und dabei sich keine Sorgen machte, ob man ihn oder sie hören würde. Sie öffnete widerwillig die Augen und hätte niemals mit dem gerechnet, was sie vor sich sah. Es war ein Junge, er kam ihr bekannt vor, doch sie konnte nicht sagen, weshalb, es war einfach da, dieses Gefühl. Der Junge war hübsch, er hatte kohleschwarzes Haar und helle Augen, welche Farbe genau, konnte Matilda nicht sagen, aber sie fesselten sie. Er war groß, obwohl er jung aussah, sein kindliches Gesicht strotze nur so vor Unschuld, aber irgendetwas störte. Waren es seine Augen? Die so eiskalt sie anstarrten? Seine Haltung, während er lief, als ob er vor etwas weglaufen würde? Oder eine schwere Last tragen würde? Sie würde ihn einfach fragen. Je näher dieser Junge kam, desto deutlicher wurde, dass er weglief, nur vor was, immerhin warensie  auf einer Wiese, die friedlich war, oder zumindenst den Anschein hatte. Der Junge stand endlich vor ihr, schnaufend und nach Luft ringend. Beim näheren Betrachten fiel auf, dass seine Haut so dünn war wie Pergament, die blauen Äderchen sahen aus, als ob sie direkt auf die Haut gezeichnet waren und nicht dadrunter lagen. Seine tiefroten Lippen wirkten, als ob sie mit roter Farbe bestrichen worden sind, die niemals trocknen würde. Wie ein Vampir, dachte sich Matilda, aber dass er ein Vampir war, ist nicht möglich, denn soetwas gibt es nicht. Nicht in ihrer Welt. Das Mädchen versuchte dem Jungen in die Augen zu blicken, schaffte es aber nicht, nicht dass er wegschauen würde, nein das Problem war, dass sobald man kurz in seine Augen blickte, im Kopf ein Flüstern begann, die geflüsterten Worte waren grausam, sie versprachen dir einen grauenvollen Tod, beschrieben ihn bis ins kleinste Detail. Sobald man den Blick abwendete, hörte das Gemurmel auf. Matilda war verwirrt, wieso passierte so Etwas, wenn sie ihm in die Augen schauen wollte? Vorallem, wieso dachte sie dann an solch grausame Dinge? Egal, mit solchen Fragen konnte sie sich später beschäftigen, jetzt galt es, den Jungen zum Sprechen zu bringen. ,,Hallo, ich bin Matilda. Wer bist du?" Der Junge starrte sie nur aus seinen großen, blauen Augen an und sagte gar nichts. Sein Blick machte ihr Angst, es war, als ob er sie gleich anspringen würde oder als ob er umkippen würde.  Vielleicht war er ja verrückt? So genau konnte sie das ja nicht sagen. Wenn Sprechen nicht half, würde Matilda ihn wohl anstupsen müssen, damit er sich regte und ein Lebenszeichen von sich gab. Sie hob ihre Hand und wollte ihn an der Schulte berühren, als plötzlich ein Ruck durch den Körper des Jungen ging und er seine Augen aufriss und seine Zähne in ihren Arm stieß, um daran zu zerren wie ein tollwütiger Hund. Seine Haut veränderte sich blitzschnell, eben war sie noch hell und durchschneinig wie Pergament, aber jetzt sah sie aus, als ob man ein Stück Fleisch wochenlang in der Sonne liegen gelassen hätte. Überall fielen Hautfetzen von seinem Körper und dadrunter konnte man verfaultes Fleisch, Muskelstränge und die blanken Knochen sehen. Blut tropfte ihm aus zahllosen Wunden und benetzten von Matilda die Kleidung und ihre Haut. Der Junge riss immernoch an ihrem Arm und kaute genüßlich darauf herum, als plötzlich eines seiner Augen einen schmatzenden Ton von sich gab und aus der Augenhöhle plumpste und nur noch lose an dem Nervenstrang hing. Matilda musste würgen, wieso konnte sie sich nicht abwenden, losreißen und weglaufen? Doch was sie am meisten wunderte war, dass sie keinen Schmerz verspürte. War sie schon tot und erlebte hier nur ihren Todesmoment? Und wieso hatte sich dieser Junge so rapide verändert? Jetzt sah er aus, wie ein Zombie oder Schlimmeres. Egal was hier los war, Matilda musste sich von diesem Ding befreien und allem ein Ende bereiten, nur wie war noch nicht klar. Sie rieß an ihrem Arm und zerrte mit aller Kraft daran, sie zog und zog und endlich spürte sie, wie der Kiefer von dem Jungen nachlies und von ihr abgerissen wurde und nur noch an ihrem Arm hing, wie ein Armband. Eine riesige Blutfontäne schoss ihr entgegen und ihr ganzes Gesicht war nun voller Blut, sie musste würgen, aber unterdrückte es, übergeben konnte sie sich später, jetzt musste sie nur von hier weg. Sie warf noch einen letzten Blick auf den Jungen und erstarrte mitten in der Bewebung. Der Junge wurde immer dicker und aufgeplusterter, es war als ob ihn jemand aufblasen würde. Irgendwann war er so aufgeblasen, dass er nicht mal mehr einen Fuß vor den anderen setzen könnte, aber er wurde immer dicker und dicker. Matilda wollte weglaufen, doch ihre Beine schienen wie festgeklebt zu sein. Auf dem Gesicht des Jungen bildetete sich die übrig gebliebene Oberlippe zu einem Lächeln und in Matildas Kopf wurde geflüstert, eine männliche Stimme sprach zu ihr, ,,Lauf oder es passiert mit dir das Gleiche, wie mit mir." Und nach diesen Worten zerplatze der Junge und verteilte seine Eingeweide auf der ganzen Wiese. Das Mädchen fiel in Ohnmacht und spürte nur noch, wie sie auf den Boden aufschlug und sie neben einem Auge des Jungen landete.

Kapitel 1

Matilda öffnete abrupt die Augen, als ihr jemand ins Gesicht schlug. Keuchend setzte sie sich auf und schaute sich panisch um. War alleas in Ordnung? Wo war der Junge, oder das, was von ihm übrig war?
Doch nach einem umschweifendem Blick bemerkte das Mädchen, dass sie sich in ihrem Zimmer befand, nirgends Blut war und alles wohl doch nur ein Traum war. Und die Hand, die sie geschlagen hatte, gehörte zu ihrem Pfleger Yoshiro. Es war grauenhaft, in der Démon De Sang hatte jeder Patient einen eigenen Pfleger, damit die Psyche unter Kontrolle gehalten werden konnte. Matilda kam gebürtig aus Frankreich und war nun in Japan in einer Anstalt für geistig kranke Menschen, wessen Besitzer ein guter Freund von ihrem Vater war. Nur aus diesem Grund durfte sie hier sein, sonst wär es viel zu teuer hier gewesen. Das Mädchen gehörte hier gar nicht her, sie war nicht verrückt. Ihre Eltern glaubten dies aber, da sie vor einem Monat mitten in der Nacht schreiend im Bad stand und sich mit einer stumpfen Rasierklinge versucht hatte, das rechte Auge aufzuschlitzen. Dabei schrie sie ständig die Worte, es sei alles verloren, sie sei verloren und müsste ihre Schuld begleichen. Was mit diesen Worten gemeint war, wusste niemand. Aber durch genau diesem Vorfall wurde Matilda nach Japan in dieses Irrenhaus verfrachtet, bloß weit weg von ihrem Eltern, damit sie sich nicht mit ihr rumschlagen mussten.
Immer noch in Gedanken vertieft, bemerkte das Mädchen gar nicht, dass Yoshiro sie stirnrunzelnd ansah und überlegte, ob er ihr ein Glas Wasser ins Gesicht schütten sollte. Yoshiro war der wohl einzige Pfleger, der nett zu ihr war und sich wirklich um sie sorgte. Was auch nicht verwunderlich war, er war noch sehr jung, vielleicht sogar in ihrem Alter. Gut sah er auch aus, Yoshiros Haare waren eigentlich komplett schwarz, aber er färbte sie sich dunkelrot. Seine Augen hatten die Farbe von dunkler Schokolade und sein Körper sah unter der Pflegertracht durchtrainiert aus. Aber Matilda machte sich keine Hoffnungen, er war ein Pfleger und sie eine Durchgeknallte. Keine Chance. Niemals.
Matilda blickte Yoshiro in die Augen und seufzte innerlich, wieso musste sie ihm ausgerechnet als eine Patientin begegnen ? Ok, wäre sie nicht als Patientin hier, wäre sie ihm wohl niemals begegnet.
,,Wie wäre es, wenn unsere allseits beliebte Hoheit endlich aufstehen würde, um sich in den Speisesaal zu begeben? Denn dort wartet Ihr Mal, Werteste. ‘’ Matilda musste sich ein Lachen verkneifen, Yoshiro schaffte es immer wieder, sie zum Lachen zu bringen oder einfach nur ihre Laune zu verbessern. Dafür mochte sie ihn so sehr. Ob er das mit allen machen würde ? Das ist jetzt aber egal, ihr Magen knurrte laut, Zeit fürs Essen ! Das Mädchen sprang aus dem Bett und verwuschelte die Haare von ihrem Pfleger und ging ins angrenzende Badezimmer, um sich umzuziehen. Kaum war die Tür hinter ihr geschlossen vernahm sie einen Flüsterton, es war, als ob jemand hinter ihr stehen würde. Matilda drehte sich um, doch da war niemand. Vielleicht hatte sie sich das auch nur eingebildet. Sie zog sich komplett aus, um sich einer schnellen Katzenwäsche zu unterziehen, duschen konnte sie auch nach dem Essen. Als sie ihre Kleidungsstücke fein säuberlich zusammen gelegt hatte und in den Spiegel schaute stand genau hinter ihr ein Mann, welcher aussah, als ob er von einer Farm stammen würde. Er trug eine Latzhose, welche an gewissen Stellen fadenscheinig war und erkennen lies, dass er männlich war. Sein Blick ruhte auf ihren entblössten Brüsten und seine Zunge fuhr über seinen Mund und man konnte vergilbte Zähne erkennen, die kurz vor dem Ausfallen wohl waren. Die Hand des Mannes rieben über seine Lende und ein Stöhnen entfuhr aus seinem Mund, während seine Augen sie zu vergewaltigen schienen. Matilda konnte ihren Blick nicht von ihm reißen, sie konnte sich auch nicht rühren. Das einzige was sie tun konnte, war schreien und das tat sie auch. Sie schrie und schrie, bis die Badezimmertür aufgebrochen wurde und Yoshiro heringestürzt kam, er blickte sich wild um und sah dann, dass Matilda nackt war und drehte sich sofort um. ,,Was war los ? Wieso hast du geschrien ?’’ ,,Da, siehst du nicht den..’’ Doch das letzte Wort blieb Matilda im Hals stecken, denn ein weiterer Blick im Spiegel zeigte dem Mädchen, dass der Mann verschwunden war, doch wie konnte das sein ? Er konnte sich ja nicht in Luft aufgelöst habe, oder hatte sie sich alles nur vorgestellt ? ,, Es ist nichts, ich bin wohl übermüdet...oder hab nur zuviel Hunger und habe deswegen Halluzinationen, du kannst wieder gehen, tut mir Leid Yoshi…’’ Gott sei dank hatte sich Yoshiro weggedreht und sah nicht, wie rot das Gesicht von Matilda wurde. Der Pfleger verließ das Bad und das Mädchen zog sich schnell an,um mit Yoshiro in den Speisesaal zu gehen.  Auf dem Weg überlegte sie fieberhaft, was das eben war.

Angekommen im Speisesaal, bemerkte die Patientin, dass es ziemlich voll war und trotz des trüben Tages und der Umgebung schien die allgemeine Stimmung heiter zu sein. Das war selten, denn im Démon de Sang gab es keine Gründe, um erheitert zu sein oder gar zu lachen. Überall konnte man das Elend erkennen, dass die Patientin dieser Einrichtung keine Hoffnungen mehr hegten und sich selbst aufgegeben hatten. Matilda stellte sich an der Essensausgabe an und bestellte ihr Frühstück, bestehend aus Rührei und einem Brötchen. Danach setzte sie sich zu Tsusaki, einer ihrer engeren Freundinnen hier im Démon de Sang. Am Anfang konnte Matilda nicht verstehen, warum die 16 Jährige Tsusaki hier war. Doch nach circa einer Woche fing es an, dass das japanische Mädchen Matilda piesakte und sie böse anblickte. Irgendwann, mitten während des Essens kam Tsusaki auf das Mädchen zu und wollte mit einem Messer auf sie einstechen und beschimpfte sie, dass es nur Matildas Schuld sei und sie doch verrecken solle. Aber Tsusaki nannte Matilda nicht bei ihrem Namen, sondern nannte sie Asuka-san. Es waren drei Pfleger nötig, um das durchdrehende Mädchen zu beruhigen und in ihr Zimmer zu bringen. Matilda wusste nicht, was sie falsch gemacht hatte und wieso Tsusaki sie so nannte, doch später erklärte ihr Yoshiro unter Vorbehalt, dass Tsusaki von ihrer Mutter früher misshandelt wurde, doch Tsusaki wollte am Anfang nicht darüber reden und hat sich jedesmal verschlossen, wenn das Thema Mutter angesprochen wurde oder ist wieder durchgedreht.
Später konnte Matilda mit Tsusaki darüber reden, aber dies erforderte viel Verständnis und viel Arbeit, da sich die beiden Mädchen erst anfreunden und ihr gegenseitiges Vertrauen gewinnen mussten. Als Tsusaki ihr alles erzählte, wurde Matilda schlecht und sie musste sich auch einmal übergeben. Diesen Tag würde sie niemals wieder vergessen.
Tsusakis Mutter war eine Schönheitsfanatikerin und meldete Tsusaki bei jedem Schönheitswettbewerb an und wurde nicht mindestens der zweite Platz belegt, wurde das Mädchen bestraft. Tsusaki tat alles, um die Liebe ihrer Mutter zu bekommen, also gab sie sich allem hin und wurde in der Region Hokkaido bekannt für ihre Schönheit und ihren Ehrgeiz zu gewinnen. Eines Tages, bei einem nationalen Schönheitswettbewerb wurde die Kandidatin nicht einmal unter die Top 10 gewählt und brachte somit den Zorn ihrer Mutter über sich. Als sie daheim waren, wurde das Mädchen mit einer selbstgebastelten Dornenpeitsche, bestehend aus Lederbändern, an deren Spitzen sich Rasierklingen befanden 10 Minuten lang geschlagen, um danach in eine Wanne voller Salzsäure gesteckt zu werden und wurde dazu gezwungen, sich mit einer Stahlwolle am ganzen Körper zu reiben, bis sich die Haut vom Fleisch löste, aber sie durfte immer noch nicht aufhören, sie musste dieselbe Prozedur mit ihrem Gesicht machen, bis man sie nicht mehr erkennen konnte. Erst dann wurde sie aus der Wanne gezerrt und ihre Mutter rasierte ihr mit einem stumpfen und rostigen Rasiermesser den Kopf, wobei sie nicht zimperlich mit ihr umging und ihr viele Wunden zufügte. Nachdem Tsusaki bis zur Unendlichkeit verschandelt wurde, durfte sie sich in ihrem Zimmer in die Ecke stellen und über ihre Fehler nachdenken. Am nächsten Morgen fand ihr Vater sie so vor, am ganzen Körper blutend, zitternd und verstört. Er wusste nichts davon und rief sofort den Krankenwagen, doch im Krankenhaus konnte man herzlich wenig für sie tun, man hat ihr mit Hautimplantaten versucht ihr Hautbild wiederherzustellen, doch ihr früheres Aussehen konnte niemals wieder hergestellt werden. Ihre Psyche war vollkommen zerstört und mehrere Wochen war Tsusaki nicht mehr ansprechbar und niemand wusste was passiert war, ihre Mutter spielte die Scheinheilige, bis das Mädchen wieder anfing zu sprechen, da verschwand Asuka plötzlich und ist bis heute noch nicht wieder aufgetaucht.
Als Tsusaki damals mit ihrer Geschichte fertig war, war Matilda am Boden zerstört und weinte bitterlich, um Tsusakis Leben, um ihre gestohlene Kindheit. Die Schönheit war nicht so wichtig, wichtig war, dass das Mädchen niemals Spaß hatte, Kind sein durfte. Wie konnte eine Mutter ihrer eigenen Tochter derartiges antun?
Doch jetzt, als sich Matilda zu Tsusaki setzte, war nichts von ihrer Psyche zu bemerken, ihre Freundin schien sogar guten Gemüts zu sein und strahlte sie an. "Guten Morgen Matilda-chan! Welcher Geist hat dich den geweckt?" Natürlich war das als Scherz von ihr gemeint, aber bei Matilda bezweckte diese Frage nur, dass sie scharf die Luft einsog und damit einen kritischen Blick von dem japanischen Mädchen einfing. Die Französin beteuerte, dass der Geist Yoshiro gewesen sei. Woraufhin Tsusaki breit grinste und darauf erwiderte, "Als ob du ihn einen Geist nennen kannst! Würde ich morgens von ihm geweckt werden, wäre ich wohl der glücklichste Patient hier." Matilda grinste breit mit und stimmte ihr zu, dann fing sie an, zu frühstücken. Wirklich genießen konnte sie das Essen nicht, es war nicht so, dass es nicht schmecken würde. Das Essen hier in der Anstalt war vorzüglich, was an Matilda nagte, waren die Ereignisse des vergangenen Morgens. Erst dieser Traum, der sie wirklich verstört hat und ihr so real vorkam und dann das im Badezimmer, dieser Mann, er war doch keine Einbildung, das konnte nicht sein. Sie konnte sich doch an seinen Gestank nach Schweiß,Dreck und anderen unappetitlichen Dingen erinnern! Es war zum Verrücktwerden, welch Ironie! Außerdem kam noch hinzu, dass Yoshi sie nackt gesehen hatte, er kannte sie gut, was ja die Folge war, wenn er ihr Pfleger war, aber sie nackt zu sehen, gehörte bestimmt nicht zu seinen Pflichten! Am besten, sie verdrängte diesen Gedanken einfach und erwähnte es Yoshiro nicht mehr. Das wäre wohl das Beste für alle.
Matilda fragte Tsutsaki nach ihren Terminen heute und erfuhr, dass sie den ganzen Vormittag frei hätte, um später eine Kunsttherapie beizuwohnen. Ihre Freundin freute sich, als Matilda ihr mitteilte, dass sie auch dorthin müsste. Aber vorher hätte sie einen Termin bei Doktor Yseau. Tsusaki bedachte sie mit einem Blick, welcher ihr wohl ein beruhigendes Gefühl geben sollte. Aber sie kannte das Prozedere ja schon seit einem Jahr. Doktor Yseau war nicht nur der Chef dieser Anstalt, nein er war auch der gute Freund ihrer Eltern war. Sprich, er kannte sie schon seitdem sie klein war. Und das waren jetzt immerhin 19 Jahre.

Nach dem ereignislosen Frühstück begab sich Matilda schnell in ihr Zimmer, um vor der Sitzung mit Doktor Yseau zu duschen. Yoshiro wartete schon an der Tür des Speisesaals auf sie. Bei seinem Anblick wurde das Mädchen feuerrot im Gesicht und ging mit eiligen Schritten an ihm vorbei ohne sich nach ihm umzudrehen, da sie wusste, dass er ihr folgen würde. Mit Befriedigung konnte aber Matilda feststellen, dass der Vorfall im Bad an Yoshi anscheinend nicht spurlos vorbeigegangen war, da er ebenso errötet war. Irgendwie verursachte ihr diese Erkenntnis ein Kribbeln im Bauch, nein, sie musste dieses Kribbeln unterdrücken. Für Verliebtheiten ist hier eindeutig kein Platz, es würde nur Schmerzen und Tränen geben, mehr nicht.
In ihrem Zimmer angekommen, setzte sich Yoshi auf einen Stuhl und blickte sie fragend an.
"Ich wollte schnell duschen gehen, bevor ich zum Doktor gehe, ich hoffe, dass ist in Ordnung?" Der junge Japaner war sichtlich verlegen, als er nickte und drehte sich demonstrativ von der Badezimmertür weg, aber blickte ihr nach, als Matilda ins Bad ging. Matilda kontrollierte jede Ecke in dem Raum, bevor sie sich auszog und unter den heißen Wasserstrahl stellte. Nach vorhin wollte sich sichergehen, auch wenn es eigentlich Quatsch war, niemand konnte in ihr Zimmer eindringen! Die Tür zu dem Zimmer bestand aus Stahl und man konnte so oft dagegentreten wie man wollte, das einizge was daraus folgte, war schmerzende Füße. Die Inneneinrichtung des Zimmers war für die Tatsache, dass es sich hier um ein Irrenhaus handelte recht bequem und luxuriös. Man konnte sich darin richtig wohlfühlen, zwischen den beigefarbenen Wänden und den Möbeln aus Kirscholz. Wären nicht die Gitter vor dem Fenster und die Stahltür. Aber man konnte ja nicht alles haben. Das Bad war ebenso eingerichtet, alles, was gefährlich sein konnte, sprich, scharfe Gegenstände in ihrem Fall waren gesichert, abgestumpft oder gar nicht vorzufinden. Wollte sie sich also rasieren, müsste sie über sich eine demütigenden Behandlung einer zuständigen Pflegerin ergehen lassen.
Matilda stand unter dem Wasserstrahl, der beruhigend auf sie wirkte und sie fast alles vergessen ließ. Fast war es so, als ob sie wieder in Frankreich wäre, bei ihren Freunden und ihren Eltern. Aber sobald sie ihre Augen öffnen würde, wäre das erste, was sie erblicken würde, das Badezimmer, welches in Japan liegt, nicht in Frankreich. Manchmal war ihr zum Heulen zumute, wieso gerade sie? Ok, sie wollte sich damals das Auge zerstückeln, ganz ohne Grund, aber danach ist so etwas nie wieder vorgekommen, also war sie doch normal, oder? Manchmal gibt es nunmal einen Kurzschluss in dem Gehirn des Menschen, bei manchen verursacht dies eine Konsequenz, die sich auf die Psyche dieser Person ausübt. Bei anderen, bei ihr zum Beispiel war es nur eine einmalige Sache, nicht gerade angenehm, aber zu verkraften. Matildas Eltern wollten davon nichts hören, dass es einmalig war, sie glaubten an sowas nicht. Wenn es einmal passieren konnte, kann es immer wieder passieren und damit wurde Matilda für sich und vielleicht sogar für ihre Umgebung zu einer nicht einschätzbaren Gefahr. Das Mädchen könnte ihre Mutter dafür ohrfeigen, denn sie war es, die auf den Japanaufenhalt bestand. Ihr Vater hätte sich mit einer Therapie innerhalb Frankreichs zufriedengegeben. Aber nein, ihre aufmerksamkeitsgeile Mutter konnte das nicht verantworten, was sollten ihre Freunde denn von ihr denken? So wäre es eine bessere Lösung, klar aus den Augen, aus den Sinn. Sie war nun seit 4 Monaten hier und bislang bestand kein Kontakt zu ihrer Familie. Matilda hatte sich damit abgefunden, so traurig es war.
Nachdem sie mit Duschen fertig war, cremte sie sich ein und zog sich wieder an. Als sie den Raum betrat sah sie noch, wie Yoshiro den Kopf wegdrehte und sich räusperte. " Na, endlich fertig?", irgendwie klang seine Stimme ziemlich piepsig und das war verwunderlich, denn seine eigentliche Stimme war tief und rau. "Ähm, ja. Ist ja nicht so, dass ich in der Dusche untergehen könnte oder ich überfallen worden wäre." Matilda versuchte zu lachen, aber zu spät wurde ihr klar, dass sie damit eine noch peinlichere Situation geschaffen hatte, Yoshi wusste zwar nichts von dem Kerl am Morgen, aber dennoch sah man von der Seite, dass sein Gesicht eine Farbe ähnlich einer Tomate annahm.




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