Freitag, 14. September 2012

[Rez] Tahereh Mafi - Ich fürchte mich nicht




Ich habe eine Gabe. Ich bin das Leben. Berühr mich.
Titel: Ich fürchte mich nicht
OT: Shatter me
Autor/in: Tahereh Mafi
Verlag: Goldmann
Reihe: Shatter me #1
Gebunden:  320 Seiten
Sprache: Deutsch
Preis: 16,99€ 
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Ich habe eine Gabe. Ich bin das Leben. Berühr mich.

»"Du darfst mich nicht anfassen", flüstere ich. "Bitte fass mich an", möchte ich in Wahrheit sagen. Aber wenn man mich anfasst, geschieht Seltsames. Schlimmes.«


Ihr Leben lang war Juliette einsam, eine Ausgestoßene – ein Monster. Ihre Berührung ist tödlich, man fürchtet sie, hat sie weggesperrt. Bis die Machthaber einer fast zerstörten Welt sich ihrer als Waffe bedienen möchten. Doch Juliette beschließt zu kämpfen – gegen die, die sie gefangen halten, gegen sich selbst, das Dunkel in ihr. An ihrer Seite ein Mann, zu dem sie sich unaufhaltsam hingezogen fühlt. Ihn zu berühren ist ihr sehnlichster Wunsch – und ihre größte Furcht ...

(Amazon.de)

Ich find die Covererneuerung in der englischen Version echt toll. Das Auge macht was her und bringt einen schon dazu, dass Buch in die Hand zu nehmen. 
Auch die deutsche Ausgabe mag ich. Das blau passt irgendwie zu Juliette. Ich weiß nicht woran das lieg, aber ich schau mir das Cover wirklich gerne an.


So, na dann wollen wir mal.
Juliette sitzt seit Monaten
 in einem kleinen Raum,mit nichts als einem Bett und ihrem Notizbuch. Seit Ewigkeiten hat sie mit keinem mehr geredet, die Leute halten sich von ihr fern, denn Juliettes Berührungen sind tödlich. Alles ändert sich, als Adam als ihr Mitbewohner in ihre Zelle kommt.
Zu aller erst stechen einem die durchgestrichenen Gedanken ins Auge. Juliette denkt etwas, von dem sie der Meinung ist, dass es falsch ist, oder nicht gedacht werden sollte. Das wird im Buch durchgestrichen und meistens wird das Gegenteil, das "Richtige" dahinter geschrieben. Anfangs ist das sehr verwirrend, aber auch interessant zu lesen. Eine interessante, neue Art, um einen bestimmten Charakterzug von Juliette hervorzuheben - ihre Unsicherheit, ihr fehlendes Selbstbewusstsein. Noch dazu kommt, das Juliette seit Jahren keinen Blick mehr in den Spiegel geworfen hat.
Alles in allem wird dabei beim Leser eine gewissen Beklemmung, Erdrückung hervorgerufen. Worte werden durch Wiederholung betont.
Anfangs macht es noch Spaß so zu lesen, weil es etwas besonderes ist. Aber irgendwann empfand ich es als ein bisschen störend, was jetzt aber nicht so gravierend war.
Juliette an sich ist ein sehr schwieriger Charakter. Um sie zu verstehen muss man sich folgendes vorstellen: man kann niemanden berühren, selbst ein Versehen kann tödlich enden. Sie wird behandelt wie ein Monster und lebt völlig isoliert. Sie begeht einen Fehler, weil sie helfen will und wird weggesperrt. 
Keinen Kontakt mehr zu anderen Menschen, nur sich selbst um sich zu beschäftigen.
Das ändert sich, als Adam zu ihr in die Zelle kommt. Er ist alles, was sich Juliette gewünscht hat - ein Mensch, der sie nicht fürchtet und der sie noch dazu berühren kann.
Ebenfalls eine wichtige Person ist Warner, dieser will Juliette als Waffe einsetzen, um Macht zu demonstrieren.
Die Liebe zwischen Adam und Juliette ging mir teilweise einfach zu schnell. Ich mein, jemand der so gelebt hat, ist eigentlich nicht in der Lage sich in so kurzer Zeit komplett zu drehen und auf jemanden einzulassen. Ganz abgesehen davon, dass die beiden an sehr seltsamen Stellen im Buch körperliche Nähe zueinander suchen.
 Abgesehen davon wüsste ich gerne, wieso Adam sie berühren kann, aber da gibt es von Mafi leider (noch?) keinerlei Anhaltspunkte zu.
Warner fand ich ein sehr ausgeklügelten Charakter. Definitiv der mit der meisten Substanz, denn es ist unmöglich ihn in eine subjektive Rolle zu pressen, ich fand ihn super.
Das Buch an sich hat keinen Stillstand, ständig passiert etwas und es lässt sich sehr schnell weglesen. Leider fand ich die Entwicklung die das ganze genommen hat irgendwie unpassend. Bis zum Zeitpunkt, wo Juliette in der Organisation ist, hat es mir sehr gut gefallen. Danach hat es mich irgendwie ein wenig an... X-Men erinnert, wer versteht was ich meine. Schade, aber definitiv Potential vorhanden.


Alles in allem ist "Ich fürchte mich nicht" eine neue Idee mit einem interessanten Schreibstil. Es weist zwar einige Schwächen auf, bescherrt aber trotzdem ein paar schöne Lesestunden und die Hoffnung, das Mafi das vorhandene Potential im nächsten Band besser ausschöpfen wird.

3,5 von 5 Federn


Erscheint am 5.Februar 2013
  


Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplars :)

Kommentare:

  1. Klingt super. :) Bin sehr deiner Meinung.^^

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  2. Ich fand das Buch noch etwas besser als du. ;) Schöne Rezension :)

    LG, Binzi
    www.binzis-buecher.blogspot.de

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  3. Hab das Buchs selbst noch nicht gelesen, aber deine Rezi war ausführlich. Vielleicht fließt das jetzt mit in meine Kaufentscheidung ein :P

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