Sonntag, 10. Juni 2012

[Rez] Myra McEntire - Hourglass

Titel: Hourglass - Die Stunde der Zeitreisenden
OT: Hourglass
Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (15. Mai 2012)
Sprache: Deutsch



Teil 1: Hourglass (Hourglass)
Teil 2: ?                (Timepiece)
Teil 3: ?                (Infinityglass, 2013)



 Sie kann in die Vergangenheit sehen, er in die Zukunft

Die 17-jährige Emerson Cole sieht Dinge, die niemand sonst sehen kann: Es sind Geister, Menschen aus einer anderen Zeit. Keiner konnte ihr bisher erklären warum. Erst als sie Michael Weaver kennenlernt, den attraktiven Experten einer mysteriösen Organisation namens „Hourglass“, scheint ihre Welt wieder Sinn zu ergeben. Nicht nur fühlt sie sich zu ihm hingezogen, sondern er eröffnet ihr, dass sie eine besondere Gabe besitzt – sie kann durch die Zeit reisen. Nur deshalb hat Michael sie aufgesucht, und nur deshalb schwebt sie bereits in größter Gefahr.
 “Meine kleine Heimatstadt im Süden ist eine etwas verblichene Schönheit und erinnert an eine in die Jahre gekommene Ballkönigin.”
Pluspunkte gibt es definitiv für das Cover. Auch wenn mir nach lesen des Buches der Sinn der Schmetterlinge nicht wirklich klar geworden ist. Hübsch ist es allemal. ^^

Em kann Geister sehen und wenn sie diese berührt, "platzen" sie. Sie war in psychiatrischer Behandlung und hat Pillen bekommen. Em war nur noch ein Schatten ihrer selbst, auch wenn sie die Geister nicht mehr gesehen hat. Als sie die Pillen absetzt sind sie wieder da. Nur sagt sie es diesmal keinem. Bis Michael in ihr Leben tritt - denn er sieht, was Em sieht. Michael arbeitet bei der mysteriösen Organisation "Hourglass" - und er braucht Em's Hilfe um die Welt zu beschützen. 

Erstmal ist mir grundsätzlich aufgefallen, dass ich mittlerweile um sovieles mehr kritisch bin als früher. Ich hab soviel gutes schon gelesen, dass der Massstab für alle anderen Bücher automatisch höher angesetzt wird. Und Hourglass hatte in dem Falle Pech, dass ich direkt davor eine fantastische, gutdurchdachte Zeitreisegeschichte gelesen habe - und zwar "Purpurmond". Dagegen ist es nicht so einfach zu bestehen und das obwohl "Hourglass" vom Grundsatz her eine super Idee beinhaltet. Nur es scheitert wie so oft an der Umsetzung.

Die Idee, dass Em Menschen als Überbleibsel aus der Vergangenheit sieht, fand ich echt gut.Und dann noch eine Organisation, die sich solcher Menschen annimmt, sowie ein Bösewicht, der nur seine eigenen Ziele verfolgt - ich dachte mir, dass kann nur super werden. Denn X-Men, das vom Prinzip her ebenfalls so aufgebaut ist, ist einer meiner Lieblinge.

Bevor Michael auftaucht, ist mir Em sehr symphatisch. Sie verhält sich den Umständen entsprechend, liebt ihren Bruder und seine Freundin und hat eine tolle beste Freundin, mit der sie sich super wohl fühlt - und die im übrigen der beste Nebencharakter ist :) Ich habe wirklich gebetet, dass nicht das typische Phänomen eintritt, wenn die männlichen "Helden" in das Leben der Protagonistin treten - vergebens. Kaum das Michael in ihr Leben tritt, mutiert Em zum schmachtenden Teenie. Alles an Michael ist toll, fantastisch, einzigartig, hinreissend, anbetungswürdig - tausend mal wird erwähnt, wie toll seine Lippen, Haare, Nase und etwaige andere Körperteile sind und wie süß sein Lächeln ist. Auch Em's etwas "forsche" Art, erst zu reden, dann zu denken war am Anfang noch super, wirkte aber bei Michael einfach nur aufgesetzt. Im Prinzip ist Hourglass mehr eine Liebesgeschichte, als ein Zeitreiseroman. Denn im Vordergrund steht definitiv die Beziehung zwischen Em und Michael. 

Auch etwas dürftig gehalten fand ich die Informationen über Hourglass selber. Ich weiß bis jetzt nicht, was die Organisation denn nun wirklich tut bzw. getan hat. Klar, sie geben außergewöhnlichen Jugendlichen ein Heim, aber wieso nur welchen mit der Fähigkeit die Zeit auf irgendeine erdenkliche Weise zu manipulieren? Und wie finden sie diese Jugendlichen? Es fehlt einfach Füllmenge. Etwas weniger Geschmachte, dafür aber mehr Informationen über die Geschichte von Hourglass bzw. das Leben der Jugendlichen usw. hätte der Story wirklich gut getan. 

Aus dem Schlamassel rausreißen konnte sich das Buch dann aber letztendlich doch noch ein bisschen durch den flüssigen Schreibstil und das Ende, das zwar meiner Meinung nach etwas zu schnell abgehandelt wurde, aber okay. Es war definitiv nochmal eine Überraschung und die Sache mit Jack fand ich auch super - obwohl ich die ganze Zeit an den Jack von Titanic gedacht habe *hust*. Und dann war da noch Kaleb - den mochte ich einfach lieber als Michael. Aber okay, die angedeutete Dreiecksgeschichte hätte man sich dann doch sparen können, denn es war von Anfang an klar, wem Em's Herz gehört.


Alles in allem war Hourglass eher Mittelmaß. Die Story geht zwischen dem ganzen Liebesgeturtel einfach restlos unter. Sicher gibt es Leser(innen), die sowas mögen, doch ich hatte mir hier eher einen Zeitreiseroman erwartet - letztendlich ist es aber mehr eine Liebesgeschichte. Myra McEntire hat viele Dinge angerissen, aber nie vollständig ausgearbeitet. Wirklich schade, denn das Potential war wirklich ausreichend vorhanden. Empfehlen würde ich das Buch eher jüngeren Leserinnen, die auf viel Geschmachte stehen und bei denen die Spannung eher zweitrangig ist. Vielleicht bin ich auch einfach zu kritisch... 

Gerade so an den 2 Punkten vorbeigeschrammt.
3 von 5 Federn

Kommentare:

  1. Tolle Rezension :) Ich bin zwar eine von denen, die dem Buch Höchstpunktzahl gegeben hat, aber ich lese gerne auch andere Meinungen ;) Ach, und Purpurmond muss ich jetzt endlich auch von meinem SuB holen :D

    LG
    Monika
    www.suechtignachbuechern.blogspot.de

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  2. ich finde nicht, das du zu kritisch bist! ich kann das vollauf verstehen, da ja wirklich jedes 2te jugendbuch nach dem schema x abläuft und man das einfach satt hat -.- ich finde deine rezension sehr informativ und es gibt sicher auch leute, die genau die negativ genannten punkte lieben werden ;) für mich ist das ganze dann sicher nichts! :/

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  3. Ich bin gespannt, wie meine Bewertung ausfallen wird. Aber bisher habe ich die Hälfte des Buches gelesen und kann mich deiner Meinung voll anschließen.
    LG
    Yvonne

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  4. Ja ein Zeitreiseroman ist es wirklich nicht, das habe ich auch klar gesagt liebes Jessylein XD
    wenn man ohne erwartungen ran geht ist es ein echt schoenes buch *___*
    und ja ein bisschen geschnulze ist doch okay, da fand ich delirium ehrlich gesagt sehr viel "schnulziger"

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  5. Die Rezension find' ich gut. Nachdem du ja bei mir kommentiert hast, musste ich mir die durchlesen. ;)
    Mich hat es auch wenig überzeugt. Zu viel Hin und Her, am Anfang passiert nichts, zum Schluss zu viel. Seltsames Buch. ;) Aber gut, dass wir einer Meinung sind. ;)
    Und nein: du bist nicht zu kritisch. ^^

    LG Jessica

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