Samstag, 26. November 2011

[Rezi] Christoph Marzi - Lumen

Richtig gelesen, wieder ein Marzi. Gerade frisch ausgelesen.







  • Taschenbuch: 800 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag; Auflage: 2 (2. Oktober 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453810813


Nachdem ich von meinem letzten Marzi (Fabula) absolut enttäuscht wurde, trumpft er hier wieder wie gewohnt.

Lumen ist der 3. Teil der Trilogie "Die Uralte Metropole".

Mysteriöse Gestalten huschen durch die Winternacht, Menschen verschwinden vom Angesicht der Erde und fremde Nebel suchen die Stadt der Schornsteine heim. Erneut muss das Waisenmädchen Emily, begleitet von ihrem Mentor, dem mürrischen Alchemisten Wittgenstein, in die geheimnisvolle Welt unterhalb Londons hinabsteigen und der Spur eines dunklen Rätsels folgen. Alle Zeichen deuten nach Prag, der düsteren Stadt mit dem Tor zur Hölle ... Doch bevor Emily ihre Geschichte beenden kann, trifft der gefallene Engel Lycidas eine schicksalhafte Entscheidung, glaubt Emilys Freundin Aurora, Tote zu sehen, und muss Emily selbst einen gefährlichen Weg gehen, um die zu retten, die sie liebt ...


Soviel also zum Inhalt.
Auch in diesem Teil bedient sich Marzi wieder alter Charakteren, unter anderem haben Mr. Wolf und Mr. Fuchs wiedereinmal einige grandiose Auftritte, die sie mit gewohntem Humor meistern. Aber auch ein neuer Charakter wird eingeführt - Tristan Marlowe, der Maurice Micklewhite als Bibliothekar ersetzt. Tristan ist wie Emily und Wittgenstein ein Trickster - ebenfalls mit einer Gabe, die sowohl Segen als auch Fluch sein kann. Passend dazu, bewegt sich Tristan für den Leser in einer Grauzone, man weiß einfach nicht was man von ihm halten soll - hierzu kann ich dann auch leider nichts mehr sagen, ohne zu spoilern.

Wie bereits in den ersten beiden Bänden greift Marzi auch hier uns allen gut bekannte Geschichten auf und verschiebt unseren Blickwinkel nur um ein kleines Stück - wobei man zum Teil wirklich denken könnte:" Ja, so kann das natürlich auch gelaufen sein."

Im Prinzip behandelt Marzi in diesem Band die zwei Seiten einer Medaille: Feuer und Wasser, Nebel und Dürre, Gut und Böse - lässt aber dabei auch die Grauzonen nicht ausser acht und das sowohl Menschen, als auch Engel durchaus in der Lage sind sich zu ändern. Darauf basiert dann auch so ziemlich die Handlung. Viele Fragen werden aufgeklärt, Erkenntnisse kommen, Entscheidungen werden getroffen und diesmal spielt auch wieder die Liebe einen nicht unerheblichen Teil zum Ende bei. Das Ende hat mir übrigends sehr gut gefallen, aber auch hier darf ich wieder nicht verraten. Frustrierend, ich würde doch so gerne!

Man macht erneut eine Reise durch London, landet aber auch in Prag. Beide Städte haben vorne bzw. hinten auf der Rückseite des "Covers" wieder eine Karte und auch das Cover find ich wiedereinmal wunderbar gelungen.

Außerdem hat Christoph Marzi seine Buchreihe bemerkenswert durchdacht, Dinge auf die schon im ersten Band(!) hingewiesen wurden, werden aufgeklärt oder erneut aufgegriffen. Man merkt deutlich, wieviel Zeit sich Marzi für die Storyline und sein Hintergrundwissen genommen hat.

Daher fällt mein Fazit wirklich positiv aus:
Schon allein sein Schreibstil & das er nochdazu ein deutscher Autor ist müssten dazu bringen diese Reihe zu kaufen. Kann euch nur empfehlen auch mal eine Reise in "Die uralte Metropole" zu machen, Jack the Ripper kennenzulernen, den Golem von Prag, die Engel vom Oxford Circus, sowie einmal die Hölle zu besuchen. Ein Muss für jeden Fantasy Fan :)




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